4.03.2019 I Bereich: Plastik

Die Waage im Supermarkt

Neulich hat es mich seit längerer Zeit wieder mal in einen Discounter verschlagen. Früher, als ich noch klein war ;-), hatte ich dorthin auch immer meine Oma zum Einkaufen begleitet. Lange ist es her und so viel hat sich verändert. Damals war es meine Aufgabe, und es hat mir viel Spaß gemacht, das Obst und Gemüse auf die Waage zu legen, den entsprechenden Knopf zu suchen und das kleine Etikett auf die Frischware zu kleben. Das gibt es heute nicht mehr, zumindest nicht in dem Discounter, in dem ich vor Kurzem etwas besorgen musste. Dafür alles fein säuberlich in Plastik verpackt und aufeinander gestapelt.

Die Waage im Supermarkt

Natürlich gibt es auch Supermärkte, in denen Gemüse und Obst komplett oder teilweise offen verkauft werden, doch das überwiegt leider nicht. In den billigen Discountern gibt es alles verpackt und – übertrieben gesprochen – fünf Mal in Plastik eingewickelt. Bedauerlicherweise kauft aus Kostengründen, die durchaus nachvollziehbar sind, ein großer Teil der Bevölkerung hier ein. Unmengen an Plastikmüll entstehen so jeden Tag. Und das meiner Meinung nach komplett sinnlos, denn früher war das lose Obst/Gemüse in Kombination mit der guten, alten Waage die Regel.

Warum geht das heute nicht mehr?
Hygienevorschriften? Kann nicht sein, sonst wäre es überall so und auf Märkten dürfte man auch kein offenes Obst/Gemüse mehr kaufen. Allerdings ist es für das Team an der Kasse schneller und einfacher, die Artikel verpackt und mit Strichcode an identischer Stelle, einzuscannen. Ferner beeinflusst die Plastikverpackung das frische Obst und Gemüse angeblich in ihrer Haltbarkeit. Auch kann der Umsatz erhöht werden, da der Käufer so gezwungen wird, die vorgegebene Stückzahl zu kaufen, auch wenn er ggf. nur eine Banane oder einen Apfel benötigen würde. Letzter Punkt führt dann möglicherweise auch wieder zu Food-Waste, also weggeworfenen Lebensmitteln.

Einen wirklichen Mehrwert kann ich bei diesen aufgeführten Gründen nicht erkennen. Obst und Gemüse hält im Kühlschrank mindestens eine Woche oder man sollte einfach nicht so viel kaufen, damit das gekaufte Obst/Gemüse zügig verspeist wird. Und ob ich an der Kasse ein oder zwei Minuten länger warten muss, weil der Angestellte die Ware wiegen und einzeln einscannen muss, ist mir auch egal.

Es liegt wirklich an den Supermärkten und Discountern, die ihr Obst und Gemüse nicht in Plastik verpackt anbieten sollten. Ferner wäre es schön, wenn statt den dünnen Plastiktüten zum selbst verpacken nur noch Papiertüten wie auf den Märkten zur Verfügung gestellt würden. So ließe sich jede Menge Plastikmüll vermeiden.

Was kann jeder selbst tun:
So viel Plastikverpackung wie möglich vermeiden. Das funktioniert recht gut, wenn man saisonal einkauft. Diese Produkte sind dann häufig günstiger und in diversen Supermärkten (nicht Discountern) unverpackt zu erwerben. Bauern verkaufen ihre Produkte häufig in der Saison auch sehr günstig. Eine gute Alternative zum Discounter. Allerdings muss man sich dann eben einschränken und auf zum Beispiel Tomaten im Winter verzichten. Die wachsen nun mal eben nicht bei uns im Winter.