10.10.2019 I Bereich: Plastik

Reisen ohne Plastikmüll

Spätestens ab der Sicherheitskontrolle wird es schwierig. In den Restaurants und Shops zwischen den Gates gibt es Getränke häufig nur noch in Plastikflaschen und auch im Flugzeug lässt sich Plastik kaum vermeiden: Besteck, Becher, Verpackung des Flugzeugessens – alles aus Plastik. Am Urlaubsort selber fällt es auch schwer, Plastik zu vermeiden. Doch es geht. Nachfolgend ein paar nützliche Tipps, die sich teilweise mit mehr oder weniger Aufwand umsetzen lassen.

1. Getränke im Flugzeug ohne Plastik

Im Flugzeug ist es wichtig, ausreichend zu trinken, um den Körper mit Flüssigkeit zu versorgen. Leider werden die meisten Getränke im transparenten Plastikbecher serviert. Das Schlimme daran, die Becher werden meistens nicht länger als 15 Minuten benutzt und danach weg geschmissen. Eine große Verschwendung. Es gibt drei Möglichkeiten, diese Becher zu vermeiden.
a) Eine eigene, leere Trinkflasche mitnehmen. Das ist möglich. Beim Security-Check einfach aufgeschraubt aus der Tasche nehmen, wie bsp. auch einen Laptop, damit das Personal sehen kann, dass sich keine Flüssigkeiten darin befinden. Nach der Kontrolle kann beispielsweise in einem Restaurant ein Getränk (im Glas) bestellt werden, welches dann umgefüllt werden kann. Vielleicht teuer und umständlich, aber ressourcenschonend.
b) Einen eigenen Becher mitnehmen und das Flugzeugpersonal bitten, das Getränk hier einzufüllen.
c) Anstelle des Plastikbechers, das Flugzeugpersonal bitten, das Getränk in einem Pappbecher auszuschenken. Die gibt es nämlich auch, Tee und Kaffee wird darin serviert. Papier bedeutet zwar auch Ressourcen, allerdings besser als Plastik

2. Essen im Flugzeug ohne Plastik

Ausgenommen Sie fliegen First Class, was wahrscheinlich die wenigstens von uns tun, wird das Essen im Flugzeug ganz gleich ob warm oder kalt in Plastikschalen serviert. Auf Kurzstreckenflüge gibt es häufig Müsliriegel, kleine Brötchen, Chips oder Kekse, die natürlich auch alle in Plastik verpackt sind. Ja, auch wenn Sie diese Mahlzeiten mit ihrem Flugpreis bezahlt haben, lehnen Sie diese der Umwelt zu Liebe dankend ab und nehmen Sie ihr eigenes Essen mit. Es ist erlaubt mit Essen die Sicherheitskontrolle zu passieren. Alternativ essen Sie ausreichend in einem normalen Restaurant am Flughafen.

3. Plastikflaschen am Urlaubsort vermeiden

Eine etwas schwierigere Angelegenheit sind die Getränke am Urlaubsort, besonders wenn Sie beispielsweise nicht die teuren Angebote im Hotel bezahlen möchten. Supermärkte gibt es viele an den Urlaubsorten und die meisten von ihnen, gerade in südlichen Regionen, bieten Wasser nur in Plastikflaschen an. Das Wasser aus dem Hahn verfügt meist nicht über ausreichende Trinkwasserqualität – teilweise wird sogar ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Wasser keinesfalls zu trinken. In manchen Ländern, reicht das Hotelpersonal sogar Trinkwasser in Plastikflaschen zum Zähne putzen. Was also tun?
Wer mit dem Auto verreist, hätte die Möglichkeit, einen Wasserfilter mitzunehmen. Das ist etwas umständlich und eignet sich nur teilweise, denn ein Filter kann nicht jedes Wasser so aufbereiten, dass es sorgenfrei getrunken werden kann. Wem diese Idee dennoch gefällt, sollte sich also zuvor über die Wasserqualität am Urlaubsort informieren und herausfinden, ob der Wasserfilter es schafft, das Leitungswasser zum Trinkwasser umzuwandeln. Alternativ (wer über den notwendigen Platz im Auto verfügt), könnte auch eine Kiste Wasser von zuhause mitnehmen.

Für den, der mit dem Flugzeug verreist, fallen diese zwei Optionen aus. Viel Möglichkeiten gibt es für Flugzeugreisende nicht, uns ist dennoch etwas sehr simples eingefallen: Tee. Statt Wasser in Plastikflaschen, Tee kochen, abkühlen lassen (falls gewünscht) und diesen in die eigene Trinkflasche einfüllen. Kräutertee, Früchtetee lassen sich wunderbar kalt genießen, auch z. B. Ingwerwasser. Beim Kochen werden sämtliche Bakterien abgetötet und das Wasser aus dem Hahn kann sorgenfrei getrunken werden. Im Übrigen kann man natürlich auch einfach Wasser abkochen und dieses kalt werden lassen. Die allermeisten Hotelzimmer und Ferienwohnungen verfügen über einen eigenen Wasserkocher. Und wenn das nicht der Fall ist, lässt sich ein Wasserkocher sicher im Vorfeld durch das Hotel organisieren. Sicher mit etwas Arbeit verbunden, aber die Umwelt wird es einem danken.

4. Wattestäbchen, Duschhauben, Pflegeprodukte & Co.

Ab einer bestimmten Hotelkategorie finden sich in der Regel in den Badezimmern abgepackte Wattestäbchen, Wattepads, Duschgel, Shampoo, Bodylotion usw. Alles in Miniaturgröße und alles in Plastik verpackt. Es ist sicher angenehm, diese Dinge nicht von zuhause mitnehmen zu müssen, doch Sie tun der Umwelt einen großen Gefallen. Lassen Sie diese Annehmlichkeiten unberührt und bringen Sie Ihre eigenen Produkte von daheim mit. Es gibt auch kleine Fläschchen im Drogeriemarkt zu kaufen, die Sie immer wieder benutzen und Ihre eigenen Produkte einfüllen können.

5. Die lieben Kleinen und ihre Spielsachen

Ja, nicht nur wir Erwachsene können große Plastikberge verursachen, auch die Kinder. Schlendern wir entlang der Strandpromenade reiht sich ein Shop nach dem anderen, die allerlei Spielsachen für Strand und Wasser aus Plastik verkaufen. Ballspiele, aufblasbare Schwimminseln, Luftmatratzen, Bälle und Co. Alles sehr verlockend und Kinder können ganz schön hartnäckig sein. Aber bitte liebe Eltern, bleiben Sie hart oder bringen Sie bereits gebrauchte Luftmatratzen (oder andere Spielsachen) von zuhause mit. Bieten Sie Ihrem Kind als „Entschädigung“ eine nicht plastikfreie Alternative an. Im Übrigen gilt das auch für Süßigkeiten. Lieber die frische Waffel, das Eis, den Crêpes vom Stand frisch, als abgepackte Gummibärchen und Schokolade aus dem Supermarkt.

6. Becher, Strohhalme, Plastiktaschen & Co.

Eis in der Waffel statt im Becher, Cocktails ohne Strohhalme, im Supermarkt die eigene Tasche mitbringen, Essen auf regionalen Wochenmärkten einkaufen und bei Hotelbuffets auch mal auf das ein oder andere in Plastik Verpacktes verzichten. Verhalten Sie sich auch im Urlaub so, wie Sie es zuhause tun würden.

In diesem Sinne wünscht Lia einen wunderschönen, plastikfreien Urlaub. Und PS: Man muss nicht alles perfekt machen und manchmal gibt es eben doch Plastik. Aber wenn wir alle ein bisschen vorausschauend handeln, mitdenken und uns bemühen, bewirken wir sehr, sehr viel.