11.04.2020 I Bereich: Haustiere

Was man wissen sollte, bevor man sich Kaninchen als Haustiere anschafft

Kaninchen gehören zu den beliebtesten Haustieren – kein Wunder, denn sie sind süß, interessant und besonders soziale Tiere. Außerdem sind die kleinen Häschen im Gegensatz zu einem Hund etwas pflegeleichter und benötigen nicht so viel Zeit und Aufmerksamkeit. Allerdings gehören Kaninchen auch zu den am meisten missverstandenen Haustieren. Wenn man sich also Kaninchen anschaffen möchte, sollte man vorher genau nachlesen und sich gut überlegen, ob das auch das richtige Haustier ist. Wer nämlich z. B. gerne viel mit seinem Tier kuscheln möchte oder sich vielleicht nur um ein einzelnes Tier kümmern will, wäre mit einer Katze bsp. besser bedient. Hier ein paar essenzielle Fakten zu Kaninchen:

1. Auf die Körpersprache achten

Kaninchen kommunizieren mit einer Art geheimen Körpersprache. Nun, eigentlich ist es keine Geheimsprache, aber man könnte es meinen. Das liegt vor allem daran, dass ihre Körperbewegungen sehr subtil sind. Hasen spannen ihre Gesichtsmuskeln an und ändern ihre Körperhaltung, wenn sie sich unwohl fühlen. Zeichen, die meistens nicht bemerkt werden und schon gar nicht, wenn man es nicht weiß. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum Kaninchen besonders von Kindern so oft missverstanden werden.

2. Manche Kaninchen möchten nicht auf den Arm genommen werden. Manche Kaninchen kuscheln auch nicht gerne mit Menschen

Kanninchen als Haustiere gibt es in domestizierten Farben und Rassen, jedoch sind sie eigentlich Wildtiere, die ihre ursprünglichen Verhaltensweisen kaum ablegen können. Da es sich bei Kanninchen um eine Beutetierart handelt, dreht sich in ihrem Leben alles ums Überleben und sie sind in ständiger Alarmbereitschaft. Dies erklärt auch, warum viele Kaninchen z. B. nicht gerne auf den Arm genommen werden wollen und dabei sogar in Panik geraten können. Viele der Tiere verwechseln Menschenhände mit denen von Greifvögeln und denken so, sie wären in aktuer Lebensgefahr. Wenn man es genau bedenkt, sind menschliche Hände denen von Greifvögeln tatsächlich sehr ähnlich.

3. Kanninchen halten: mindestens zu zweit, besser eine kleine Gruppe

Ein einzelnes Kaninchen ist ein einsames Kaninchen. Kaninchen sind sehr soziale Wesen und am glücklichsten in Gesellschaft ihrer eigenen Spezies. Die beste Kombination ist ein kastriertes Männchen und ein kastriertes Kaninchen-Weibchen. Sie können sehr traurig und depressiv werden, wenn sie alleine bleiben müssen.

4. Kaninchen werden nicht gerne transportiert

Kaninchen reisen nicht gerne und werden auch nicht gerne transportiert. Das ist für die Tiere sehr stressig. Interessant auch (sofern es überhaupt einmal zu so einer Situation kommt), dass es nicht erlaubt ist, Kaninchen im Auto auf einer Fähre zu transportieren. Eine Legende aus dem 17. Jahrhundert besagt, dass Hasen, welche lebendig transportiert wurden, um sie nach ihrer Ankunft zu schlachten und zu verzehren, durch den Rumpf eines Schiffes gelangten und auf mysteriöse Art und Weise, den Tod vieler Seeleute verursachten. Bis heute ist es nicht erlaubt, Kaninchen mitzunehmen, wenn man ein Gewässer mit einer Fähre überqueren möchten.

5. Das richtige Futter vermeidet Zahn- und Verdauungsprobleme, bzw. ist wichtig für die Gesundheit

Kaninchen können häufig Zahnprobleme bekommen. Die meisten überwucherten Zahnprobleme sind aber vermeidbar, unter anderem durch die richtige Ernährung. Kaninchen brauchen ständig Heu oder frisches Gras, um daran zu knabbern – tatsächlich sollten 90 Prozent ihrer täglichen Ernährung aus diesen Futtermitteln bestehen. Ein großer Vorrat an Heu und Gras ist unerlässlich, wenn die Verdauungs- und Zahngesundheit der kleinen Häschen erhalten werden soll. Hinweis: Frisch geschnittenes Gras ist für Kaninchen giftig und sollte daher nicht gefüttert werden.

6. Glückliche Kaninchen können total verrückt sein

Wenn Kaninchen glücklich sind, kann man das deutlich sehen. Auf den ersten Blick sieht das ein wenig verrückt aus, denn sie Hüpfen wild durch die Gegend, drehen ihre Körper in der Luft und treten wild mit den kleinen Füßen. Das ist ein unverkennbares Zeichen purer Kaninchen-Freude.

7. Kaninchen brauchen Platz

Insbesondere junge Tiere, die nicht genug Platz zum Laufen haben, können sich ihre Knochen brechen. Das liegt daran, dass sie auf zu engem Raum nicht die richtigen Möglichkeiten haben, ihren Körper aufzubauen. Sie sollten also nicht nur im kleinen Käfig gehalten werden, sondern auch am Besten einen Garten, in dem sie hüpfen, rennen und sich nach Wunsch zurück ziehen können.

8. Kaninchen niemals auf den Rücken legen! Das kann zu einem schlimmen Trauma führen.

Ein Kaninchen auf den Rücken zu legen, kann für das Tier traumatische Folgen haben. Lange Zeit wurde angenommen, dass sich das Tier auf dem Rücken in einer Art entspanntem und glücklichen „Trance-Zustand“ befindet und sich äußerst wohl fühlt, wenn man seinen Körper auf diese Art und Weise streichelt. Dass auf diesem Weg sogar die Bindung zwischen Haustier und Besitzer verbessert werden kann. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Wenn ein Kaninchen in dieser Position gehalten wird, erstarrt es. Sie versuchen so, das Raubtier (in diesem Fall die Person, die sie auf dem Rücken hält) davon zu überzeugen, dass sie tot sind, damit das „Raubtier“ von ihnen ablässt. Jüngste Studien zeigen, dass Kaninchen, die so gehalten werden, ein echtes Trauma erleiden.

9. Karotten sind nicht die Lieblingsnahrung von Kaninchen

Hasen und Karotten, das gehört irgendwie zusammen. Schuld daran sind auch Comic Stars wie z. B. Bugs Bunny. Doch tatsächlich ist Wurzelgemüse kein natürlicher Bestandteil der Ernährung eines Kaninchens. Karotten enthalten viel Zucker und sollten daher nur gelegentlich und in kleinen Mengen gefüttert werden.

10. Kaninchen zusammen mit anderen Haustieren halten. Was versteht sich gut?

Kaninchen und Meerschweinchen sind keine guten Freunde. Diese zwei süßen kleinen Haustiere sind ähnlich groß und wurden früher als perfekte Ergänzung angepriesen. Aber Experten sind sich zwischenzeitlich einig, dass die Arten im Allgemeinen getrennt gehalten werden sollten, denn Kaninchen können Meerschweinchen auch verletzten. Beide Tiere verwenden unterschiedliche Kommunikationsmethoden, sodass sie sich nicht verstehen können. Ferner benötigen sie unterschiedliche Futtermittel.
Sofern schon ein Hund oder eine Katze im Haushalt lebt, ist es möglich, dass sich Kaninchen und die anderen Vierbeiner anfreunden. Zumindest werden sie sich akzeptieren und sich gegenseitig nicht verletzten.

11. Weitere Besonderheiten:

Kaninchen haben eine fast 360-Grad-Sicht, werden aber mit geschlossenen Augen geboren. Außerdem können Kaninchen ihre Ohren um 180 Grad drehen. Durch die besondere Fähigkeit, können sie auch genau den Ort von Geräuschen bestimmen und wissen, woher diese kommen.