4.04.2021 I Bereich: Tiere allgemein

Lämmer, Hasen, Küken – was haben die Tiere mit Ostern zu tun?

Heute kennen wir das Osterfest als ein christliches Fest, das sich rund um die Opferung, Kreuzung und Wiederauferstehung Jesu dreht. Der Osterhase, Küken, bunte Eier und das Osterlamm mögen da manchmal nicht so recht ins Bild passen. Das kommt daher, dass die Ostertradition viel älter als das Christentum ist.

Ostern ist ein uraltes Fruchtbarkeitsfest

Ganz anders als Weihnachten liegt das Osterfest nicht auf einem bestimmten Datum. Der Zeitpunkt der Feier richtet sich auch nicht nach dem Sonnenkalender, sondern nach dem Mond.

Nach der christlichen Tradition zog Jesus mit seinen Jüngern in Jerusalem ein, obwohl er wusste, dass er dort in Gefahr sein würde. Ein Verrat sorgte dafür, dass er von den Römern gefasst und gekreuzigt wurde. Zwei Tage nach seinem Tod soll Jesus einigen seiner Jünger wieder erschienen sein. Symbolisch stehen die Passion Christi und das Osterfest für die Unvergänglichkeit allen Lebens.

In früheren Zeiten wurden um den Frühlingsbeginn herum eine ganze Reihe von Fruchtbarkeitskulten gefeiert, die eine ähnliche Symbolik hatten. Allerdings waren die Kulte nicht ganz so blutig und gewalttätig. Vielmehr verehrten die Menschen um den Frühlingsbeginn herum ihre Fruchtbarkeitsgötter. Gefeiert wurde Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond und das ist bis heute so. Symbolisch steht der Mond heute noch für die Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und Wachstumszyklen in der Natur.

Eine der Gottheiten, die zu dieser Zeit gefeiert wurden, war die germanische Göttin des Ackerbaus, des Frühlings und der Morgenröte „Ostara“. Der Hase, Hühner und Eiern sowie Küken waren der Schutzgöttin Ostara geweiht.

Die Kirche legte die christlichen Feste später absichtlich auf die heidnischen Kulte, um deren Spuren zu verwischen. Das gelang das aber nicht so recht.

Der Osterhase, Ostereier und Küken

Trotz der Christianisierung haben sich die alten Fruchtbarkeitssymbole fast überall gehalten. Der Weihnachtsbaum (Lichtbaum), der Maibaum oder die Blumenkränze der Mittsommerfeiern sind ähnliche Symbole wie Osterhase und Co.

Die Kulte rund um Eier, Hasen und Küken blieben regional in verschiedenen Brauchtümern oder typischen Ostergerichten erhalten.

Nicht überall wurden Eier bemalt. Man backte Brotkränze und dekorierte sie mit ganzen Eiern oder schenkte sich Eier als Geste des Glücks und Wohlstandes. In ärmeren Zeiten gab es statt Fleischgerichten zum Ende der Fastenzeit üppige und nahrhafte Eierspeisen.

Der Brauch, Kindern zu Ostern Eier zu verstecken, soll im 17. Jahrhundert in im Elsass entstanden sein. Um den Kindern zu erklären, wer die Eier dort abgelegt hat, erfand man mal eben den Osterhasen. In anderen Gegenden sind Tiere wie der Hahn, Küken, Kuckuck, Storch oder der Fuchs für das Verstecken von kleinen Leckereien für die Kinder verantwortlich gewesen.

Schließlich setzte sich nur der Osterhase als der frohe Überbringer der Osternaschereien durch. Andere Symbole wie Hühner und Küken blieben als Dekoration und Osterspeisen erhalten.

Osterhasen, Ostereier und Küken aus Schokolade kamen im Laufe des 19. Jahrhunderts auf.

Das Osterlamm ist ein Symbol Christi

Obwohl sicher auch Lämmer fester Teil alter Fruchtbarkeitsriten waren, wird dieses Tier in besonderer Weise Jesus und seinem geduldigen Leid zugeschrieben.

Wie sich ein Lamm willig zur Schlachtbank führen lässt, ließ sich Jesus in vollem Vertrauen in seine Ewigkeit kreuzigen. Die Macht seines Glaubens und seine Liebe zu Gott waren stärker als der Tod. Jesus selbst wird als “Lamm Gottes” bezeichnet, “das die Sünde der Welt hinwegnimmt”.

Das Osterlamm ist zentrales Symbol der christlichen Oster-Feierlichkeiten in ganz Europa. In christlichen Gegenden wird das Osterlamm als Hauptgericht in Form einer Keule, eines Bratens oder eines Ragouts gegessen. Das Osterlamm aus Kuchen gebacken und das Osterlamm aus Schololaden erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit bei kleinen und großen Menschen.


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