27.07.2020 I Bereich: Haustiere

Ist die Ernährungsform “BARF” gesund für meine Katze

BARF als Ernährungsform für die Katze, was genau ist das überhaupt? Ist es gesund? Schmeckt es den Katzen auch? Und welche Vorteile bietet dieses Futter für die Samtpfoten? Diese und andere Fragen beantworten wir in dem Artikel nachstehend.

Was versteht man eigentlich unter dem Begriff BARF?

Die Idee hinter dieser Form der Fütterung gibt es nicht nur in Bezug auf Katzen, sondern auch Hunde und andere Haustiere. Leben Raubtiere in der freien Natur, dann jagen sie ihr Futter selbst. Katzen ernähren sich in dem Fall fast ausschließlich von selbst gefangenen Beutetieren und decken so auch ihren Nährstoffbedarf. Beim Barfen ist die Zusammenstellung des Katzenfutters dieser Idee nachempfunden.

Lässt sich jede Katze auf diese Weise ernähren?

Im Prinzip kann diese Frage mit einem “Ja” beantwortet werden. Dennoch gibt es in Bezug auf unsere geliebten Stubentiger einiges zu beachten, um Fehler bei der Fütterung zu vermeiden. Einfach eine Dose oder ein Futterschälchen aufzumachen, erfordert nämlich nicht ansatzweise so viel Fachwissen über die Bedürfnisse unserer Hauskatzen wie die fachmännische Zusammenstellung von BARF-Mahlzeiten.

Welche Vorteile kann das Barfen für eine Katze haben?

Auch unsere Hauskatzen sind nun einmal Raubtiere, die sich in der freien Natur ausschließlich von Beutetieren ernähren würden. Freigänger tun das teilweise auch heute noch. Dabei verspeisen sie ihre Beute samst Fell und Knochen. Das ist sehr gesund, denn auf diese Weise bekommen unsere samtpfotigen Freunde eben genau die Nahrung, für die ihr Verdauungstrakt gemacht ist. Besonders als reine Stubenkatzen gehaltene Hauskatzen können sich heute oft gar keine Beute mehr selbst jagen. Die Idee der BARF-Fütterung ist also, allen Hauskatzen ihr Futter in einer natürlicheren Form anzubieten.

Welche Nachteile kann BARF haben?

Wenn sich das Frauchen oder Herrchen einer Hauskatze gut informiert hat, wie genau das BARF-Futter zurechtgemacht werden muss, dann muss das keine Nachteile haben. Ist das allerdings anders und es wird etwas wahllos gefüttert, dann kann eine geliebte Hauskatze davon auch krank werden. Wichtig ist also, vor der Futterumstellung den Fleiß aufzubringen, sich sehr gründlich mit der neuen Fütterungsform zu befassen. Zusätzlich macht die Futterzubereitung natürlich mehr Arbeit. Nur eine Dose oder ein Schälchen aufzumachen ist ja viel einfacher. Das also sollten Sie bedenken, bevor sie bei Ihrer Hauskatze mit dem Barfen beginnen.

Die Umgewöhnung der Hauskatze auf das neue BARF-Futter

Katzen sind sensibel. Es kann deshalb viel Arbeit machen, eine Hauskatze auf die neue BARF-Ernährung umzustellen. Manchmal dauert dieser Umstellungsprozess ein ganzes Jahr. Das ist besonders bei vorheriger reiner Fütterung mit Trockenfutter der Fall. Ihr Stubentiger muss nun erst einmal lernen, feuchtes Futter anzunehmen. Zuweilen muss deshalb das Trockenfutter zunächst mit Wasser aufgeweicht angeboten werden, oft zuerst nur zu einem Teil. Dann können Sie auf Nassfutter umstellen und dann vorsichtig nach und nach beginnen, rohes Fleisch anzubieten, um festzustellen, welches davon Ihre Hauskatze am liebsten mag. Einen Tierarzt brauchen Sie dafür nur dann, wenn Ihre Hauskatze nicht kerngesund ist. Ansonsten brauchen Sie vielmehr eine Menge Geduld. Das kann von Hauskatze zu Hauskatze natürlich individuell verschieden sein.

Ein paar Beispiele für ein gesundes BARF-Futterangebot

Generell brauchen Hauskatzen ungefähr 25 – 30 g Fleisch pro kg Körpergewicht am Tag, und zwar inklusive Fett und Knochen. Das ist so, weil Hauskatzen reine Karnivoren sind. Das Fett kann auch durch Schmalz oder Lachsöl ergänzt werden, wobei zu erwähnen ist, dass Lachsöl sehr gute Omega-3-Fettsäuren liefert. Innereien dürfen enthalten sein, aber Muskelfleisch sollte überwiegen. Der Knochenanteil kann auch gewolft gegeben werden oder aber wegfallen und durch Eierschalenpulver und Algenkalk ergänzt werden. Da die Ballaststoffe durch Tierhaare im gekauften BARF-Futter fehlen, müssen sie durch ungefähr 5 % püriertes oder geriebenes Obst und Gemüse ergänzt werden. Am besten informieren Sie sich konkreter in Fachbüchern oder aber auf den Seiten typischer BARF-Futtershops, die meistens gute Ratgeber für die Zusammenstellung des Futters dabei haben.