26.06.2019 I Bereich: Tiere allgemein

Ganz oder gar nicht. Schwarz oder weiß.

In einem Gespräch erzähle ich, dass ich mich wirklich bemühe, Plastik zu vermeiden, meinen Fleischkonsum in den letzten zwei Jahren stark reduziert habe, Kosmetikprodukte ohne Tierversuche kaufe, natürlich keinen Echtpelz trage und versuche, kleine regionale Anbieter durch mein Kaufverhalten zu unterstützen… und mein Gegenüber erwidert, dass ich aber doch ein großes Auto fahre, mehrmals im Jahr fliege, Kleidung zumeist neu kaufe und allein in einer großen Wohnung lebe… Das alles ja meine Ökobilanz wieder kräftig nach oben schrauben würde.

Muss es immer 100 %?

Wohl wahr, alles richtig. Doch ist das ein Argument dafür, dann gar nichts zu machen? Gibt es nur 100 % Öko oder 100 % Nicht-Öko? Muss immer alles absolut sein? Ist es nicht besser, zumindest in gewissen Bereichen besser zu leben, als alles zu ignorieren. Es ist falsch zu denken, dass kleine Taten nichts bewegen würden. Wenn jeder Mensch in nur einem Lebensbereich nachhaltige Verbesserungen anstreben würde, hätten wir dann nicht eine Welt, die ein bisschen (viel) besser wäre?

Es ist nicht perfekt, mit dem Auto zum Bauer zu fahren und bei ihm zu kaufen, doch auf jeden Fall besser als mit dem Auto zum Discounter zu verfahren, um dort einen Großkonzern zu unterstützen, massenhaft Plastikmüll und Produkte aus der Massentierhaltung einzukaufen.

Fakten

Plastikkonsum und Massentierhaltung sind eines unserer größten, aktuellen Probleme. Natürlich neben den vielen Missstände, in denen diverse Tiere herzlos ausgebeutet und schlecht behandelt werden. Nur zu unserem Vorteil. Doch genau in diesen beiden Bereichen, kann jeder einzelne für sich entscheiden: kaufe ich das Produkt aus Plastik/in Plastikverpackung oder nicht? Wie oft muss ich pro Woche Fleisch essen? Genügt vielleicht einmal und dabei handelt es sich um Topqualität vom Bauern aus der Region, der seine Tiere wertschätzt und mit Respekt behandelt?

Absolutismus ist nicht notwendig

Natürlich kann man immer alles besser machen. Doch muss man immer alles perfekt machen? Menschen, die sich Gedanken machen und versuchen nachhaltig zu leben, sollten dafür auch Anerkennung erfahren dürfen, selbst wenn das nicht auf alle Lebensbereiche zutrifft. Kompromisse sind sehr gut. Absolutismus nicht.


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