24.02.2021 I Bereich: Bauernhoftiere

Das freiheitsliebende und temperamentvolle “Augsburger Huhn”

Das “Augsburger Huhn” ist etwas Besonderes. Das Zweinutzungshuhn gilt als einzige bayerische Hühnerrasse (die nachweislich in Bayern gezüchtet wurde) und steht auf der Liste der gefährdeten Haustierrassen. Wie der Name bereits verrät, stammt es aus der Region Augsburg.

Wie sieht ein “Augsburger Huhn” aus?

Das auffälligste Merkmal des Augsburger Huhns ist sein Becherkamm (Augsburger Kamm). Er ist eine genetische Besonderheit und tritt nur bei der Hälfte des Nachwuchses auf. Der gestreckte Rücken ist lang und abfallend, das Gesicht und die Augen eher dunkel. Die Ohren bilden dazu einen auffälligen Kontrast in weiß. Die Flügel liegen eng an und haben tiefschwarze Federn mit einem feinen grünen Glanz. Neueste Züchtungen zeigen auch ein blau gesäumtes Gefieder. Das schöne Tier, beeindruckt insbesondere durch seine farblichen Kontraste und sein selbstbewusstes Auftreten.

Ringgröße des “Augsburger Huhns”

Die Größe von Hühnern werden in so genannten Ringgrößen angegeben. Der Augsburger Hahn weißt eine Ringgröße von 18 und die Henne von 16 auf.

Wie viel wiegt das “Augsburger Huhn”?

Hähne wiegen 2,3 bis 3 kg. Hennen 2 bis 2,5 kg.

Die Geschichte der Rasse “Augsburger Huhn”

Augsburger Hühner wurden im Jahr 1870 aus einer Kreuzung der französischen Hühnerrasse La Fleche mit der italienischen Lamotta erzüchtet. Dabei ging es Julius Meyer, einem Wachstuchfabrikant aus Haunstetten bei Augsburg, vor allem um den markanten roten Doppelkamm und die Verbindung zwischen effektiver Legeleistung und guter Fleischqualität. Drei Jahrzehnte später galten die Hennen als eifrige und zuverlässige Eierlieferanten und wurden deshalb in schwäbischen Zuchtstationen gefördert. Fünf Jahre später wurde die Zucht wieder verboten, da die Tiere nicht reinerbig gezüchtet werden können. Dieses Verbot wurde nach einiger Zeit wieder revidiert; in den 1950er Jahren verbreitete sich die Art weiter über den Stuttgarter Raum bis in den Schwarzwald.

Obwohl Augsburger Hühner mit 150 bis 180 Eiern im Jahr sehr eifrig sind, gibt es andere Hühnerrassen, die mehr legen können. Zum Mästen sind die schönen Hühner nicht geeignet, da sie zwar schnell wachsen, aber nicht besonders rasch an Gewicht zulegen können.

Aus diesen Gründen gilt “der Augsburger” seit über 20 Jahren als gefährdet. 2005 zählte man nur noch 200 Tiere. 2013 waren es mit 43 Hähnen und 187 Hennen nicht viel mehr. Erschwerend kommt hinzu, dass die Art nicht besonders brutfreudig ist. Damit das tolle Tier nicht ausstirbt, kümmert sich der „Sonderverein der Züchter des Augsburger Huhnes und der Zwerg Augsburger“ um den Erhalt dieser speziellen Hühnerrasse. Im Verein engagieren sich insgesamt 25 Züchter*innen.

Wo lebt die Rasse “Augsburger Huhn”?

Augsburger Hühner verbreiteten sich zunächst in der schwäbischen Region. Schnell folgten der Stuttgarter Raum und das Schwarzwald-Gebiet.
Die Rasse passt sich gut an landschaftliche und klimatische Bedingungen an. Wer das Augsburger Huhn halten möchte, muss dafür sorgen, dass es genügend Freilauf hat, da die Tiere sehr freiheitsliebend sind und Bewegung brauchen. Das Augsburger Huhn verfügt über eine gute Flugfähigkeit – wenn sich die Möglichkeit für die Tiere ergibt, fliegen sie auf Bäume, in denen sie sich gerne zurück ziehen.

Verhalten der Rasse “Augsburger Huhn”

Die bayerische Rasse ist sehr temperamentvoll und lebhaft, außerdem zählen die Hühner zu den robusten, wetterharten Tieren, die bei artgerechter Haltung gesundheitlich stabil und fit sind. Untereinander sind die Hühner sehr friedlich, gegenüber Menschen verhalten sie sich zurückhaltend bzw. sind wenig zutraulich.

Hier noch zwei Bilder des Augsburger Huhns ausgewachsen und als Jungtiere


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