28.12.2020 I Bereich: Ernährung

Welthunger, Klimawandel, Massentierhaltung mit künstlichen Chicken Nuggets stoppen

Künstliche Chicken Nuggets aus der Petrischale könnten Massentierhaltung, Klimawandel und den Welthunger eindämmen bzw. sogar stoppen. Die drei Schlagworte rücken immer mehr in den Vordergrund, wenn es um unsere Ernährung in der Zukunft geht. Doch ist es möglich, die Massentierhaltung abzuschaffen und den Klimawandel mit künstlichem Fleisch aufzuhalten? Kann der Welthunger gestillt werden, wenn mehr Geld in Tierwohl investiert wird? Oder schließt eins das andere aus?

In Singapur ist seit kurzem der Verkauf von Hühnerfleisch aus dem Labor zugelassen. Weitere Länder zeigen Interesse. Für Veganer, Vegetarier, Tier- und Umweltschützer ist das tatsächlich ein Grund zum Jubeln und möglicherweise das Ende der Massentierhaltung. Fleisch, das ohne Ausbeutung und Schlachtung eines Tieres auskommt, könnte ein Meilenstein sein und die Nahrungsmittelindustrie – insbesondere die fleischproduzierende – auf den Kopf stellen. Und es wäre ein Hoffnungsschimmer für unsere durch den Klimawandel bedrohte Welt.

Tierwohl statt Massentierhaltung

Für die „Chicken Bites“ der der US-Firma Eat Just müssen keine Nutztiere in Massentierhaltung produziert und getötet werden. Die Zellen, aus denen die Nuggets hergestellt werden, kommen aus einem Bioreaktor und werden mit pflanzlichen Zutaten kombiniert. Die Starterzellen stammen aus einer Zellbank und werden mittels Biopsie von lebenden Tieren entnommen. Das Wachstumsmedium für die Produktion in Singapur enthält allerdings noch Rinderserum, das aus fötalem Blut gewonnen wird. Dieses wird vor dem Verzehr zwar weitgehend entfernt, doch es ist angestrebt, diese Methode schon bald durch ein Pflanzenserum zu ersetzen und so dem Wunsch nach mehr Tierwohl zu entsprechen.

Mit Ernährungswechsel gegen den Klimawandel

Die Auswirkungen der industriellen Tierzucht auf unser Klima sind gewaltig. Etwa 130 Millionen Hühner werden Tag für Tag geschlachtet. Das Laborfleisch könnte diese Ausbeutung beenden. Noch ist die Herstellung sehr kostenintensiv, doch für die Zukunft und mit steigender Nachfrage werden die Kosten sinken, da sind sich die Entwickler einig. So wären die Nuggets aus der Petrischale nicht nur klimaschonender und gut für das Tierwohl, sondern langfristig billiger als echtes Hühnerfleisch.

Auch gegen den Klimawandel könnte ein Abschied von der industriellen Viehzucht nützlich sein, verursacht diese doch fast 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen, Tendenz steigend. Ebenso rasant wächst jedoch die Zahl vegan und vegetarisch lebender Menschen, die die Nachfrage nach alternativen Produkten ankurbeln. Würden wir uns alle vegan ernähren, könnten bis 2050 nahezu 50 Prozent der globalen CO₂-Emissionen eingespart und durch den Klimawandel verursachte Kosten in Höhe von 1,5 Billionen Dollar vermieden werden.

Weg von der Massentierhaltung, hin zum Tierwohl

Diesem Wunsch schließen sich immer mehr Unternehmen an. “Meine Hoffnung ist, dass dies zu einer Welt führt, in der für den Großteil des Fleisches kein Tier mehr getötet, kein Baum mehr gefällt werden muss” – so Josh Tetrick, Mitgründer und CEO von Eat Just.


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