13.12.2021 I Bereich: Wildtiere

Warum hat sich der Bestand der Vögel in den letzten 40 Jahren so stark reduziert?

Zu den unangenehmen Wahrheiten der Gegenwart zählt, dass sich der Vogelbestand in Europa in den letzten 40 Jahren deutlich reduziert hat. 600 Millionen der Wildtiere weniger soll es laut Vogelexperten dank der Entwicklungen in diesem Zeitraum geben. Doch welche Ursachen hat das und betrifft es alle Vogelarten?

Überblick – Fakten und Zahlen zu den gefiederten Wildtieren

Zwischen Beginn der 80er Jahre und dem Ende der 2010er-Dekade hat sich der Vogelbestand um 600 Millionen Tiere deutlich verringert. Das entspricht etwas weniger als 20 Prozent des damaligen Vogelbestands in Europa. Dieser Negativtrend bedeutet einen signifikanten Rückgang in der Vogelpopulation. Betroffen sind vor allen Dingen Spatzen, Schafstelzen, Stare und Feldlerchen. Der Rückgang betrifft damit insbesondere besonders weit verbreitete Arten. Das Phänomen breitet sich nicht nur auf dem europäischen Kontinent aus, auch Nordamerika ist – in Teilen sogar deutlicher – von der Bedrohung für die gefiederten Wildtiere betroffen. Gründe für den Rückgang sind facettenreich und haben vor allen mit den modernen Lebensbedingungen zu tun.

Ursachen – Warum weniger Vögel in Europa existieren

Das Phänomen tritt vor allem in Regionen auf, die stark von der Landwirtschaft betroffen sind. Durch den immer weiter professionalisierten Ackerbau werden die Lebensräume der Wildtiere systematisch bedroht. Natur- und Vogelschützer warnen daher vor den immer weiter intensivierten Nutzung von Natur und Wildnis für landwirtschaftliche Zwecke – zumindest ohne Gegenmaßnahmen. So werden nicht nur Nahrungs- und Brutplätze bedroht, auch spielen wohl Luftverschmutzung und Krankheiten bei dem Phänomen eine Rolle. Das Problem beschränkt sich zwar vornehmlich aber nicht ausschließlich auf weite und offene Naturlandschaften. Auch in Städten kam es zu einer Reduktion von Beständen. Etwas anders verhält es sich bei Wäldern, Küstengebieten, Seen und Flüssen, die von dem Bestandsrückgang nur bedingt betroffen sind. Grundsätzlich ist damit eine Abnahme der Biodiversität und Artenvielfalt unter den Vögeln in Europa zu beobachten.

Bedrohte und sich erholende Arten der fliegenden Wildtiere

600 Millionen Vögel weniger lassen sich nur schwer wegdiskutieren. Alleine die Zahl der Spatzen hat sich in dem Zeitraum von 40 Jahren um 250 Millionen Wildtiere reduziert. Allerdings gibt es auch einige gegenteilige als positiv zu wertende Entwicklungen. Der Rückgang betrifft nämlich nicht alle Arten, mehr als die Hälfte der betrachteten Vogelarten konnten ihre Populationen erhöhen. Dazu gehören in urbanen Regionen lebende Amseln sowie Greifvögel. Gründe dafür sind auch die in diesem Jahrtausend zunehmend greifenden Tier- und Vogelschutzmaßnahmen, die zur punktuellen Erholung von Beständen beiträgt. Dass sich damit trotz der offensichtlichen Bedrohung der Vögel auch punktuell positive Wirkungen erzielen lassen, unterstreicht die Bedeutung des Vogelschutzes.


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