26.04.2019 I Bereich: Ernährung Plastik

Spargel und der Plastikmüll

Die Deutschen lieben ihren Spargel aus heimischen Anbau, kaufen Spargel zur Saison aus der Region für teures Geld. Doch wann genau ist eigentlich Spargelsaison? Den meisten ist bekannt, dass pünktlich ab dem 25. Juni kein Spargel mehr gestochen wird. Diese Deadline soll auch den Ertrag im nächsten Jahr durch Spargelernte sichern, denn die Böden brauchen Nährstoffe, damit der Spargel wachsen kann. Viel mehr stellt sich die Frage, wann die Spargelsaison eigentlich beginnt. Viele gehen davon aus, dass Spargelzeit dann anfängt, wenn die ersten Verkaufshäuschen öffnen oder die leckeren, weißen Stangen im Supermarkt zu kaufen sind.

Mehr Ertrag durch Plastikfolie

Doch weit gefehlt und die Profitgier hat auch den Spargelmarkt erobert. Denn um den Ertrag und den Umsatz zu steigern, kamen einige Spargelunternehmer auf die kreative Idee ihre Felder mit unterirdischen Heizungen auszustatten. Damit es zu einer Art Treibhauseffekt kommt und die Spargelstangen wachsen, werden die Felder mit gigantischen Plastikfolien in Dreifachschicht überzogen. Das bringt nur Vorteile für den Spargelbauern. Denn er kann früher ernten, mehr ernten und ernten wann er möchte (die Spargelspitzen färben sich unter der Folie nicht wie in platikfreiem Anbau lila). Auch werden die verwendeten Folien in seltensten Fällen recycelt bzw. auch für die nächste Saison verwendet. Sie landen schlichtweg im Müll. So steht mit dem Spargelkonsum zwischenzeitlich Tonnen von Plastikmüll in Verbindung. Ironischerweise wird der Spargel häufig ohne Verpackung oder nur in Papiertragetüten verkauft. So kommen die Käufer erst gar nicht auf den Gedanken, dass Spargel in Zusammenhang mit Plastikmüll stehen könnte.

Man kann hier nur noch mit den Augen rollen? Kann man überhaupt noch irgendwas konsumieren, das nicht mit negativen Auswirkungen für die Umwelt und die Tiere verbunden ist? Man fragt sich als Verbraucher auch, muss das denn sein? Der Spargel ist teuer genug, man weiß, die Spargelsaison ist begrenzt, man will ja nicht mit seinem Spargel-Kaufverhalten zur Umweltverschmutzung beitragen. Eigentlich. Doch was tun?

Spargel ohne Umweltverschmutzung. Was kann man tun?

Zwei ganz einfach Punkte können Sie beachten, wenn auch Sie zu den Spargel-Liebhabern zählen:

1. Kaufen Sie keinen Frühspargel. Der Beginn der Spargelsaison hängt ein wenig vom Winter ab, jedoch vor Mitte April gibt es keinen Spargel ohne Plastikfolie. Wenn Sie Ihren ersten Spargel Ende April kaufen, sind Sie auf der sicheren Seite.

2. Fragen Sie die Hersteller, wie ihr Spargel produziert wird. Mit oder ohne Folie. Vertrauen Sie den Verkäufern nicht, machen Sie sich eben die Mühe und fahren zu den Feldern (frühzeitig), um sich selbst zu überzeugen, ob Plastikfolie verwendet wird oder nicht. Wenn Sie regional kaufen, ist das vielleicht mit nur einer kurzen Fahrzeit verbunden.