10.02.2022 I Bereich: Wildtiere

Sechs der außergewöhnlichsten Affenarten

Affen gelten als unsere nächsten Verwandten im Tierreich. Es gibt mehr als 200 verschiedene Affenarten auf dieser Erde. Die meisten von ihnen kommen nur in tropischen sowie subtropischen Regionen vor. In der Biologie unterscheidet man Affen, Menschenaffen, Halbaffen und Neuweltaffen. Wir stellen sechs außergewöhnliche Affenarten etwas näher vor.

1. Gelbbrust-Kapuzineräffchen

Gelbbrust-Kapuziner sind mittelgroße Äffchen mit einem starken Greifschwanz. Mit dem bewegen sie sich durch die Küstenwälder im östlichen Brasilien. Als Neuweltaffen kommen sie nur in Südamerika und dort auch nur im brasilianischen Bundesstaat Bahia vor. Ohne Schwanz erreichen sie eine Gesamtlänge von 36 bis 42 Zentimetern und sind mit bis zu 4 Kilogramm sehr leichte Tiere. Die äußerst friedlichen und geselligen Wildtiere gehören heute aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume zu den am stärksten bedrohten Primatenarten und werden von der IUCN auf der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt.

2. Löwenäffchen

Löwenäffchen teilen sich den Lebensraum teilweise mit den Gelbbrust-Kauzineräffchen, kommen insgesamt aber auch noch in anderen Regionen und sogar rund um Rio de Janeiro vor.
Die Äffchen tragen eine beeindruckende Mähne und ähneln tatsächlich stattlichen Löwen – dabei werden sie nur 20 bis 34 Zentimeter groß und wiegen höchstens 600 Gramm. Die tagaktiven Wildtiere leben im Pflanzendickicht und in Baumhöhlen. Leider führt der IUCN auch diese schönen Äffchen auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

3. Schwarzer Brüllaffe

Sie mögen es laut: Brüllaffen haben den Namen nicht von ungefähr! Jeden Morgen veranstalten die zahlreichen Mitglieder einer Brüllaffen-Gemeinde ein riesiges Geschrei, um anderen nahen Wildtieren ihren Aufenthaltsort mitzuteilen und die Reviergrenze zu sichern.
Um die tiefen brüllenden Laute erzeugen zu können, haben diese in Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien heimischen Affen ein stark vergrößertes Zungenbein und einen besonders ausgeprägten Schildknorpel am Kehlkopf.
Obwohl diese Affenart als „schwarz“ bezeichnet wird, trifft das nur auf die Männchen zu. Die Weibchen der Schwarzen Brüllaffen sind gelbbraun oder olivfarben. Ihr Leben verbringen sie in dichten Wäldern oder regional auch in Savannen mit Busch- und Baumbeständen.

4. Bartaffen

Auf den ersten Blick sehen sie wie dunkle Löwenäffchen aus und im Englischen werden sie tatsächlich „Lion-tailed Macaque“ (Löwen Makake) genannt. Doch Bartaffen leben auf einem ganz anderen Kontinent. Die possierlichen und bis zu 60 Zentimeter langen Äffchen sind in Indien heimisch.
Sie leben als tagaktive Regenwaldbewohner in kleinen Gruppen und verbringen ihre Zeit meistens kletternd in Bäumen und bei der Nahrungssuche. Bartaffen meiden den Menschen und leben sehr zurückgezogen. Leider wird auch in Indien der Lebensraum der Äffchen knapp und es gibt schätzungsweise weniger als 2500 Bartaffen. Damit ist auch diese Art „stark gefährdet“.

5. Mandrill

Bunter geht’s fast nicht! Der Mandrill gehört zu den farbenfrohsten Säugetieren dieser Erde und lebt ausschließlich in den tropischen Regenwäldern Afrikas.
Die bis zu 80 Zentimeter großen Affen haben neben der blauen Färbung im Gesicht und am Gesäß leuchtend rote Abzeichen und Augen. Kommt es zu Streitigkeiten der Männchen um Reviere und die zahlreichen Haremsdamen, führen die Mandrill ein imposantes Gehabe auf, entblößen die beeindruckenden Eckzähne und ziehen mit den bunten Gesichtern schaurige Fratzen.
Doch meistens geht es in Mandrill Familien recht friedlich zu.
Der Mandrill wird in freier Wildbahn als Fleischlieferant stark bejagt, weswegen für ihn und andere Arten in Afrika immer mehr Schutzzonen und Reservate gebildet werden, um diese einzigartig schöne Wildtier zu erhalten.

6. Guinea-Pavian

Paviane gelten als die Streitlustigsten im ganzen Affenreich. Ganz anders ist jedoch der Guinea-Pavian. Diese seltene Art kommt in freier Wildbahn nur in einem kleinen Gebiet Westafrikas vor.
Im Deutschen Primatenzentrum in Göttingen leben mehrere Gruppen von Guinea-Pavianen und wurden dort jahrelang intensiv studiert. Dabei fiel den Primaten-Experten auf, wie friedfertig und liebenswert diese Art untereinander umgeht. Selbst die männlichen Tiere bekommen sich nur äußert selten in die Haare.
In ihrer Heimat haben diese Wildtiere vergleichsweise viel Glück. In Guinea, Senegal, Gambia, dem südlichen Mauretanien und im westlichen Mali sind noch genug naturbelassene Savannen und lichte Wälder vorhanden, in denen sich diese Affen ungestört wohlfühlen können. Gefährdet ist diese Art daher derzeit nicht.


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