12.09.2020 I Bereich: Wildtiere

Liebevolle, sanftmütige Wasserschweine / Capybaras

Wasserschweine sind dem ein oder anderen als possierliche Tiere mit nur allzu gewichtiger Miene sicherlich bekannt. Sei es aus Zoos, Reportagen oder von unzähligen Fotos im Netz wie sie niedlicher nicht sein könnten. Zweifelsohne haben die aus Südamerika stammenden Wildtiere bereits die Herzen vieler Fans im Sturm erobert. Warum das so ist, liegt möglicherweise an einem der folgenden amüsanten wie auch aufschlussreichen Fakten.

1. Ihre gedrungene Gestalt mit den kleinen, runden Ohren und den dünnen Beinen verrät es bereits: Wasserschweine sind nächste Verwandte unserer allseits beliebten Meerschweinchen, nur sehr viel größer als diese. Und tatsächlich hält das Wasserschwein den Rekord des weltgrößten Nagetiers.

2. Aber einen Moment! Nagetier? Ja, richtig gelesen. Ihrem Namen völlig zum Trotz sind Wasserschweine (und ebenso Meerschweinchen) überhaupt gar keine Schweine. Statt eines Rüssels besitzen sie eine Schnauze mit kräftigen Nagezähnen, statt Borsten ein langes, raues Fellkleid.

3. Unter einem zweiten, weniger irreführenden Namen sind die dämmerungsaktiven Tiere als “Capybara” bekannt. Ein Ausdruck, der aus der indigenen Sprache Guarani stammt und die Wasserschweine mit dem majestätisch klingenden Titel “Herr der Gräser” in den Adelsstand erhebt.

4. Ein Titel, dem sie durchaus gerecht werden. Als bekennende Vegetarier leben diese Wildtiere fast ausschließlich von Gräsern. In der Tat mögen sie Gras so sehr, dass sie es in Form von speziellem Blinddarmkot ein zweites Mal zu sich nehmen. Dies dient einer besseren Nahrungsverwertung. Na, dann guten Appetit!

5. Wasserschweine lieben das Wasser. Es ist ihre Zuflucht, sobald Gefahr droht, und tagsüber ihr bevorzugter Aufenthaltsort. Dabei tauchen die Wildtiere fast vollständig unter, bis nur noch Nase und Augen zu sehen sind, und bewegen sich mit Hilfe von kleinen Schwimmhäuten zwischen den Zehen fort. Sogar vor einem Bad im Schlammloch machen sie nicht halt!

6. Sobald kleine Capybaras zur Welt kommen, sind sie bereits exakte Abbilder der erwachsenen Tiere. Sie haben ein Fell, können Gras zu sich nehmen und folgen ihrer Mutter mühelos sogar bis ins Wasser.

7. Weibliche Capybaras leben emanzipiert. Zumindest, was die Körpergröße betrifft. Von Kopf bis Rumpf messen sie rund 130cm und überragen die männlichen Tiere dabei in der Regel.

8. Mitunter kann alleine das Beobachten von Wasserschweinen zum unvergesslich lustigen Erlebnis werden. Wie viele Wildtiere kommunizieren sie miteinander, nutzen dafür jedoch eine Vielzahl an unterschiedlichen Lauten. Da wird gegrunzt, gepfiffen, gebellt und sogar geschnurrt. Als wäre das nicht genug, kommt es mitunter vor, dass die Tiere sich erschrecken und mit einem langen Satz das Weite suchen.

9. Das Zusammenleben der Wasserschweine ist von großem Sanftmut geprägt. Jedoch nicht nur innerhalb ihrer Herden, die manchmal bis zu 30 Individuen umfassen. Oft kann man sie Seite an Seite friedlich mit anderen Wildtieren beobachten, wobei sie mit unendlicher Ruhe das Beisammensein genießen.

10. Zum Abschluss ein besonders herzerwärmender Fakt aus Japan: Im Izu Shaboten, einem Park für Wildtiere, entdeckte man durch Zufall bei Säuberungsarbeiten, dass die dort lebenden Capybaras eine Vorliebe für warmes Wasser besitzen. Die Parkleitung reagierte und ließ ein traditionell japanisches Heißwasserbad für die Tiere erbauen. So lässt sich dort heute das erste Capybara-Onsen der Welt bestaunen.