1.10.2020 I Bereich: Bauernhoftiere

Keine klassische Schönheit, dennoch liebenswert – Das Hängebauchschwein

Die Rasse der Hängebauchschweine zeichnet sich durch den tief hängenden Bauch, ein faltiges Gesicht und die recht kurzen Beine aus. Diese Schweine besitzen einen gedrungenen Kopf, kleine und spitze Ohren sowie eine eingedellte Nasenlinie.
Die Rasse hat das ganze Jahr über stabile und sehr dicke Borsten. Dennoch ist die faltige Haut, die darunterliegt, gut zu erkennen. Diese Schweine sind meist schwarz oder schwarz-weiß gefleckt. Die Größe der Tiere beträgt 40 bis 40 Zentimeter und das Gewicht 50 bis 60 Kilogramm bei den Weibchen und 60 bis 70 Kilogramm bei den Männchen.

Woher kommen die Hängebauchschweine?

Über die Herkunft der Rasse gibt es verschiedene Theorien. Hierbei ist nicht sicher, ob sich das Tier aus einem südostasiatischen Bindenschwein oder dem eurasischen Wildschwein entwickelte. Sicher ist aber, dass die Schweine schon seit einigen Jahrhunderten in Vietnam für die Gewinnung von Fleisch gehalten wurden, weshalb das Tier auch als vietnamesisches Hängebauchschwein bezeichnet wird und die Herkunft deshalb auch dem Land Vietnam zugeschrieben wird. Heute aber sind ähnliche Schweine in Südostasien oder in China zu finden. Nach Europa kam de Rasse dann in den 1950er-Jahren. Damals wurde es im Tierpark Friedrichsfelde in Berlin ausgestellt. Ob es nicht bereits in den 1860er-Jahren in Ungarn gezeigt wurde, ist aber nicht eindeutig.

Hier einige Bilder von Hängebauchschweinen

Die Fütterung der Tiere

Das Hängebauchschwein ist generell ein Allesfresser, aber die Gabe von Fleisch sollte vermieden werden, da die Gefährdung der Keimübertragung besteht. Am besten ist eine Zusammenstellung der Ernährung aus Obst, Getreide, Gras, Gemüse und tierischem Eiweiß. Wenn es nötig ist, ernährt sich die Rasse auch von Fisch oder Insekten.

Ein Schwein hat bekanntermaßen stets Hunger, weshalb es bedeutend ist, darauf zu achten, dass es sich nicht überfressen kann. Auch wenn das Tier zumeist hierbei den Eindruck macht, dass es noch Appetit hat, ist es für die Gesundheit besser, dieses nicht weiter zu füttern. Vor allem dieses Schwein verfettet sehr schnell, was zu frühzeitigem Ableben durch Organschäden führen kann. Heu, Stroh und frisches Wasser müssen stets ausreichend im Gehege vorhanden sein, damit sich das Tier daran auch bedienen und sich auch sehr wohlfühlt.
Die Tiere ernähren sich somit von tierischer und pflanzlicher Kost. Auf dem Speiseplan stehen Gräser, Wurzeln, Früchte und auch Würmer, Insekten und kleinere Säugetiere, welche sie auf dem Erdboden finden. Eicheln, Waldfrüchte und Bucheckern werden auch gerne gefressen. Kastanien mögen die Schweine aber nicht.

Wo leben Hängebauchschweine ursprünglich

Die aus Asien stammenden Tiere leben meist in menschlicher Obhut. Zu früheren Zeiten wurden sie gewöhnlich in Asien für die Produktion von Fleisch gehalten, heutzutage sind sie weltweit auf Höfen oder auch in Tiergärten finden. Die Tiere sind tagaktiv und suchen bei Nacht eine windgeschützte Zuflucht auf.

Für die Haltung des Hängebauchschweins werden eine Weide und auch ein Stall benötigt, damit das Tier ausreichend Freiraum hat. Für seine Gesundheit ist es bedeutend, dass sich das Schwein hinreichend lange draußen aufhält. In seinem Stall macht es sich das Tier auch gern auf Heu oder Stroh bequem. Das Schwein benötigt dieses aber nicht nur, um hierauf zu liegen, sondern auch um zu wühlen und seinen Bedarf an dem Raufaserfutter stillen zu können.