5.04.2022 I Bereich: Bauernhoftiere

Harmoniebedürftiges, liebenswertes und außergewöhnliches Seidenhuhn

Seidenhühner fallen vor allem durch optische Besonderheiten auf. Dazu zählt allen voran das namensgebende, sehr weiche und fluffige Federkleid. Aber auch die Tatsache, dass das gesamte Huhn unterhalb der Federn schwarz ist, ist bemerkenswert.

Wo kommen Seidenhühner her?

Über den genauen Ursprung der Rassehühner wird bis heute spekuliert. Allerdings ist aufgrund von einigen Überlieferungen von einer jahrtausendealten Entstehungsgeschichte auszugehen.

Obwohl die Rasse schon im 18. Jahrhundert in europäischen Ländern vorzufinden war, befassten sich die Deutschen 1924 erstmals mit der Zucht. Da die Seidenhühner keinen relevanten Nutzen haben, ist und war das Interesse an ihnen jedoch immer recht gering. Die wenigen Interessenten, die es derzeit gibt, halten die Rassehühner vor allem zur Zierde oder setzen sie als Ammen für die Nachzucht brutunfreudiger Artgenossen ein.

Kopf eines wunderschönen, weißen Seidenhuhns

Das Seidenhuhn und seine wirtschaftliche Nutzbarkeit

Das Seidenhuhn ist mehr für seine Erscheinung denn für seine wirtschaftliche Nutzbarkeit bekannt. Trotzdem reicht die Legeleistung von 50 bis 150 Eiern im Jahr für das ein oder andere Sonntagsfrühstück aus. Allerdings legt es im Sommer eine mehrwöchige Legepause ein (damit unterscheidet es sich von anderen Hühnerrassen, die in den Wintermonaten pausieren).

Dadurch dass die Seidenhühner recht wenig Eier produzieren, fällt ihre Lebenserwartung höher als die des Nutzgeflügels aus. In der Brutsaison kann sich die Legeleistung aufgrund großer Brutfreude auch noch weiter reduzieren.

Ein männlicher Seidenhahn – gut zu erkennen an dem roten Kamm überhalb des Schnabels

Eine friedfertige Hühnerrasse im seidigen Federkleid

Seidenhühner sind kindertauglich und werden bei gutem Umgang zahm. Insgesamt hat die Hühnerrasse eine hohe Sozialverträglichkeit und einen ausbalancierten Wesenskern. Auch der Umgang der Hühner ist davon geprägt, dass sie sich untereinander gut verstehen.

Obgleich Seidenhühner keine Konflikte provozieren, schlägt die Gruppenhaltung mit anderen Hühnern leider immer wieder fehl, weil kaum eine andere Rasse das gleiche Harmoniebedürfnis hat.

 

Ein kleines Seidenhuhn-Kücken im Gras. Bereits hier ist das fluffige Federkleid vorhanden

Das Seidenhuhn und seine besonderen Haltungsbedingungen

Das Hauptmerkmal des Seidenhuhns ist sein markantes Federkleid. Das Gefieder fällt zerschlissen auseinander und hat in sich keinen Halt, sodass der Eindruck einer fellähnlichen Federstruktur entsteht.

Braunes, super süßes Seidenhuhn – man mag es einfach anfassen und streicheln, wenn man dieses Bild sieht.

 

Das Gefieder hat zwar einen optischen Reiz, es führt aber auch dazu, dass die Rasse besondere Anforderungen an ihre Unterbrinung hat.
Aufgrund dessen, dass sich zwischen den nassen Federn Parasiten ansammeln können, ist es zum Beispiel sehr wichtig, dass es stets im Trockenen steht. Um eine parasitäre Ausbreitung zu verhindern, muss der Stall also überdacht und sauber sein.

Außerdem können Hühner mit großer Haube nicht gut zur Seite und nach oben sehen. Das lässt die Hühner schreckhaft werden und führt dazu, dass sie Beutegreifer erst spät entdecken und ihnen damit leicht zum Opfer fallen.

Da Seidenhühner aufgrund ihres instabilen Gefieders nicht fliegen können, sind die baulichen Voraussetzungen gering, weshalb Individuen dieser Rasse sowohl auf dem Land als auch in einer Vorstadtgegend gehalten werden können.

Chinesisches schwarz-braunes Bantan Seidenhuhn. Ein seltenes und sehr beeindruckendes Tier

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