6.02.2019 I Bereich: Bauernhoftiere

Drama Tiertransporte

Gäbe es ein Gesetz, das es verbieten würde, Tiere über die Grenzen zu transportieren, würde schon vielen Tieren viel Leid erspart werden. Vielleicht glauben ohnehin die meisten, dass die Nutztiere, die hier in Deutschland (wir reden von Rindern, Kälbern, Schweinen, Schafen etc.) geboren werden und aufwachsen, auch nur innerhalb von Deutschland transportiert und hier geschlachtet werden. Das ist aber leider nicht richtig, denn viele Tiere werden hunderte Kilometer über die Grenze in andere Länder gebracht. Der schlimmste Fall, denn dort gelten nicht mal mehr die deutschen Regeln, die eine einigermaßen ordnungsgemäße und (angeblich) zum größten Teil stress- und schmerzfreie Schlachtung gewährleisten. Andere Länder, andere Sitten. Doch was genau in ausländischen Schlachthöfen passiert, ist ein anderes, herzzerreisendes Thema.

Warum werden Tiere überhaupt über die Grenze transportiert?
Diese Frage kann ganz einfach beantwortet werden. Profitgier. Der Transport von lebendigen Tieren ist günstiger, als die Kühlung bereits verarbeiteten Fleisches. Ebenso ist wohl auch die Schlachtung selbst so viel günstiger, dass sich sogar der Transport dorthin immer noch rechnet. Zumal im Ausland vielleicht nervige Regeln umgangen werden können. Erst vor Kurzem berichtete Spiegel Online über einen Fall in Polen, bei dem kranke Rinder geschlachtet und einfach mit den gesunden Tieren vermischt wurden. Ein Beispiel, das zeigt, wie absurd und krank viele Tiertransport-Fälle sind: Litauische Kälber werden über Polen, durch Deutschland und andere Länder nach Spanien transportiert. Das sind round about unglaubliche (genauer Ausgangspunkt und Zieldestination unbekannt) 3.000 Kilometer, für die man mit dem PKW ohne Pause rund 30 Stunden benötigt. Ein LKW fährt langsamer und muss Pausen machen.

Warum werden Tiere überhaupt transportiert?
Auch wenn die Tiere in Deutschland bleiben, bedeutet jeder Tiertransport übergroßen Stress. Nun stellt man sich doch die Frage, warum müssen Tiere überhaupt hunderte von Kilometern – auch innerhalb des eigenen Landes – transportiert werden? Hier ist wohl auch der Preis entscheidend. Denn Schlachthöfe gibt es in allen Regionen genug. Es ist anzunehmen, dass sich viele kleinere Bauern für einen Schlachthof in der Nähe entscheiden. Wer im großen Stil agiert, wird eher nach dem Preis gehen. Daher kommt es oftmals zu vielen unnützen Tiertransporten.

Was bedeutet ein Tiertransport?
Schauen Sie sich das Video bis zum Schluss an. Es gibt dazu nicht mehr viel zu sagen:

Was können Sie gegen Tiertransporte tun?
Sie können sich für einen veganen Lebensstil entscheiden oder Sie kaufen Fleisch regional direkt beim Bauern Ihres Vertrauens (z. B. im Hofladen). Sprechen Sie die Bauern in Ihrer Region an, fragen Sie nach, wie die Tiere aufwachsen, wohin sie zum Schlachten gebracht werden und wie sie geschlachtet werden. Haben Sie ein gutes Gefühl dabei, kaufen Sie dort ein.

#LessMeat: Minimieren Sie Ihren Fleischkonsum auf maximal 200 bis 300 Gramm pro Woche. Kaufen Sie keine Fleischprodukte beim Discounter oder im Supermarkt.


Ähnliche Beiträge

alle Beiträge
  • 22.07.2021 I Bereich: Bauernhoftiere

    Heilige Kuh – Kulturen, die Kühe verehren

    Das Leben der Menschen mit hinduistischem Glauben ist von verschiedenen Ritualen geprägt. Diese Rituale, Opfer und Gaben bestimmen oft ihren Alltag….

    weiter lesen
  • 27.06.2021 I Bereich: Bauernhoftiere

    Ein Schwein ohne Sattel, aber mit markantem Aussehen: Das deutsche Sattelschwein

    Das deutsche Sattelschwein ist mittellang gebaut. Auffällig ist seine Zeichnung, die ihm auch den Namen gibt. Das rustikale Schwein hat eine…

    weiter lesen
  • 6.06.2021 I Bereich: Bauernhoftiere

    Über den europäischen Konsum vom Hühnerbrust, Hühnerexporte und afrikanische Wirtschaftsflucht

    Weshalb der signifikant angestiegene, europäische Konsum von Hühnerbrust zu Wirtschaftsflucht aus Afrika führt: In Ghanas Hauptstadt Accra reihen sich jeden Tag…

    weiter lesen