15.11.2020 I Bereich: Wildtiere

Das Breitmaulnashorn und seine Bodyguards

24 Stunden. Sieben Tage die Woche. Die nördlichen Breitmaulnashörner brauchen den Schutz der bewaffneten Ranger, die sie vor Wilderern schützen. Am Fuße des Mount Kenia, dem zweithöchsten Berg Afrikas, leben die letzten beiden nördlichen Breitmaulnashörner-Weibchen Najin und Fatu im privaten Schutzgebiet Ol Peteja, in Laikipia, Kenia. Ol Peteja. Ein Ort, neben staatlichen Nationalparks gelegen, der für den Schutz von Nashörnern bekannt ist. Um diesen zu gewährleisten hat das Schutzgebiet Ol Peteja eine 24 Stunden Überwachung der letzten lebenden nördlichen Breitmaulnashörner angeordnet und achtet auf eine gesunde Ernährung ihrer Schützlinge bestehend aus frischem Gemüse. Neben den nördlichen Breitmaulnashörnern beheimatet das Schutzgebiet auch südliche Breitmaulnashörner, welche seit 2005 im Schutzgebiet Ol Peteja ihre Heimat gefunden haben.

Nachwuchsprobleme bei den nördlichen Breitmaulnashörnern

Die einzige Hoffnung auf Nachwuchs und somit das Fortbestehen dieser Nashornunterart wurde im März 2018 mit dem Tod des 45 Jahre alten Bullen Sudan endgültig enttäuscht. Zwar wurden Spermien des Bullen aufbewahrt, ob eine künstliche Befruchtung jedoch klappt, ist fraglich. Auf der ganzen Welt arbeiten Wissenschaftler mit Hochdruck an einer Lösung, um das Fortbestehen der nördlichen Breitmaulnasshörner zu gewährleisten. Sollte dies nicht gelingen, ist das Aussterben dieser Art so gut wie besiegelt und reiht sich in die lange Liste der ausgestorbenen Tierarten ein. Auch Paarungsversuche mit männlichen südlichen Breitmaulnashörner waren nicht erfolgreich, da die beiden weiblichen nördlichen Breitmaulnashorn-Weibchen nicht in der Lage sind auf natürliche Weise Nachwuchs zu bekommen.

Gründe für die Ausrottung der Nashörner

Einst lebten die nördlichen Breitmaulnashörner (Englisch “Northern White Rhinos”) in Teilen des Tschad, des Sudans, Ugandas, des Kongos und der Zentralafrikanischen Republik. Heute gibt es nur noch zwei ihrer Art.

Aber wie kam es überhaupt zu der Ausrottung einer ganzen Unterart? Auf dem Nashornfriedhof im Schutzgebiet Ol Pejeta liegen nicht nur Nashörner begraben, welche auf natürliche Weise gestorben, sondern auch diejenigen, die den tödlichen Fängen der Wilderer nicht entkommen sind. Wie so oft spielten und spielen Gier, sowie eine mangelnde Aufklärung und Bildung eine große Rolle. Die Hörner der Breitmaulnashörner bestehen aus dem gleichen Material, also vorwiegend Keratin, aus welchem auch menschliche Fingernägel gemacht sind. Diese werden pulverisiert auf dem Markt als angeblich heilendes Medikament verkauft oder als Potenzmittel angepriesen. Auch werden die Hörner vorwiegend auf dem asiatischen Markt vertrieben. Ein Kilo Horn kann bis zu 60.000 US-Dollar auf dem Schwarzmarkt einbringen und ist demnach sehr beliebt bei Wilderern. Weiterhin trugen Bürgerkriege bei dem Aussterben der nördlichen Breitmaulnashörner ihren Anteil bei.

Die südlichen Breitmaulnashörner, welche im südlichen Afrika heimisch sind, hatten mehr Glück als ihre Verwandten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war ihre Population zwar stark gefährdet, konnte sich aber aufgrund intensiver Schutzmaßnahmen wieder erholen.

Bilder der letzten beiden nörlichen Breitmaulnashörner