2.02.2020 I Bereich: Wildtiere

Blauer Leguan nicht mehr vom Aussterben bedroht

Der Blaue Leguan (auch Cyclura lewisi) ist das größte einheimische Landtier auf Grand Cayman (Cayman Islands in der Karibik). Es handelt sich um eine riesige, drachenähnliche blaue Eidechse, die über 1,80 m lang wird, über 1 kg wiegt und genau so lange leben kann wie ein Mensch.

Ursprünglich ein Bewohner von Grand Caymans Küstengebieten und trockenem Buschland im Landesinneren, war dieses prächtige Reptil bis 2002 stark vom Aussterben bedroht, nur etwa ein Dutzend der ursprünglichen Wildpopulation hat überlebt.

Die Hauptursachen für diesen katastrophalen Niedergang reichen von der Zerstörung von Lebensräumen durch den Menschen (z. B. durch den Bau von Straßen) bis hin zu Todesfällen durch frei lebende Hunde und Wildkatzen (die auch vom Menschen eingeschleppt wurden).

Obwohl diese vom Menschen verursachten Belastungen dazu geführt haben, dass der „Grand Cayman Blue Iguana“ (Blauer Leguan von Grand Cayman) der am stärksten gefährdete Leguan der Welt und schon beinahe ausgestorben war, konnte er gerettet werden. Das „Blue Iguana Recovery Program“ machte während der letzten Jahre bemerkenswerte Fortschritte: Es gibt große Hoffnungen für die Zukunft des „Blue Iguana“ und seinen außergewöhnlichen Lebensraums.

2002 gab es nur noch 20 bis 25 Blaue Leguane

Im Jahr 2002 ergab eine Zählung, dass es gerade noch 20 bis 25 Tiere gab. Die IRCF und der Durrell Wildlife Conservation Trust halfen gemeinsam bei der Einrichtung des „Blue Iguana Recovery Program (BIRP)“. Diese Organisation hat es seit 2002 geschafft, den Bestand der blauen Leguane auf über 1.000 Tiere zu erhöhen und diese Spezies somit vor dem Aussterben zu bewahren. Ein wesentlicher Bestandteil des Programms ist die Zucht von blauen Leguanen, die bis zu ihrem dritten Lebensjahr in Gefangenschaft und geschützt aufwachsen. Danach werden sie in die Wildnis entlassen. Die ersten Jahre eines kleinen Leguans sind sehr gefährlich, da er natürliche Feinde hat. Vor allem frisch geschlüpfte Leguane sind stark bedroht:
Caymans einheimische Schlange „Alsophis cantherigerus“ ist ein sehr effizient agierendes Raubtier, das es auf Frösche, Eidechsen und Baby-Leguane abgesehen hat. Leguanschlüpflinge wissen instinktiv, dass diese Tiere eine große Gefahr darstellen – aus diesem Grund haben sie einen natürlichen Fluchtinstinkt, der umgehend nach dem Schlüpfen aus dem Ei aktiv wird. Sie flüchten auf Bäume und verschwinden. Im ersten Lebensjahr sind frei lebende Leguane kaum zu sehen.

 

In Gefangenschaft beginnen die Blauen Leguane in einem sehr frühen Alter, normalerweise innerhalb eines Monats nach dem Schlüpfen, sich aggressiv gegeneinander zu verhalten. Wenn sie nicht in einzelnen Käfigen untergebracht sind, werden kleinere Jungtiere bald von größeren dominiert. Sie verwehren ihnen den Zugang zu Futter. Dies deutet darauf hin, dass die Blauen Leguane in freier Wildbahn von Anfang an ihr eigenes Territorium abstecken. Aus diesem Grund gibt es auf dem Gelände des „Blue Iguana Recovery Program“ zahlreiche Einzelkäfige, in denen die Tiere gehalten werden.

Jeden Tag sammeln die Pfleger frisches Futter, hauptsächlich Blüten, Gräser und Blätter, für die sich vegetarisch ernährenden Leguane. Wenn sie mit drei Jahren ausgesetzt werden, sollen sie das Futter bereits kennen. Das Team hat spezielle „Holzhäuschen“, die einen abgeschrägten Eingang, zum Schutzbereich haben, der einem dunklen Tunnel gleicht. Am Ende haben die Leguane die Möglichkeit sich zu drehen und den Schutzplatz vorwärts zu verlassen. Jeder Leguan der ausgesetzt wird, erhält auch einen solche Schutzhöhle. Sie sind mit Mikrochip ausgestattet, so dass sie jederzeit ortbar sind, ebenso mittels Perlen markiert.

Jedes Jahr entlässt das „Blue Iguana Recovery Program“, 80 blaue Leguane in die freie Natur. Mit dem zwischenzeitlich wieder wild lebenden Bestand von 1.000 Stück, ist der Blaue Leguan erst einmal gerettet.