21.07.2022 I Bereich: Wildtiere

Der bedrohte Hammerhai. Fakten über den beeindruckenden Meeresjäger

Als Hammerhaie wird eine Familie der Grundhaie mit acht verschiedenen Arten bezeichnet, welchen die ungewöhnliche Hammerform ihres Kopfes gemeinsam ist, die sich jedoch mit Körperlängen zwischen etwa einem und sechs Metern deutlich voneinander unterscheiden. Die großen Arten erreichen in Ausnahmefällen ein Körpergewicht von bis zu 500 kg. Diese Wildtiere bewohnen hauptsächlich die Küsten der wärmeren Erdregionen und ernähren sich von Fischen und wirbellosen Meeresbodenbewohnern. Wie die meisten Haiarten bringen auch diese Haie ihre Jungtiere lebend zur Welt.

Wozu trägt ein Hammerhai einen Hammer?

Hammerhaie sind natürlich nicht mit echten Hämmern bewaffnet. Der Name der Tiere leitet sich von der besonderen Form ihres Kopfes her, welcher, zu beiden Seiten verlängert und abgeplattet, von oben gesehen an einen Hammer erinnert. Der wissenschaftliche Name dieser Kopfenden, Cephalofoil (in etwa “Kopffolie”), lässt jedoch eher daran denken, dass die Wildtiere mit einem Hammer bearbeitet worden seien. An den Enden der beiden Cephalofoil befinden sich die Augen und Nasenlöcher der Haie, wodurch der Wahrnehmungsradius dieser Sinnesorgane stark vergrößert ist. Als drittes Sinnesorgan findet man am “Hammer” die sogenannten Lorenzinischen Ampullen, mit welchen die Fische elektromagnetische Impulse zur Orientierung und Beuteortung auffangen können. Mit einiger Wahrscheinlichkeit verbessern die Cephalofoil auch die Bewegungsfähigkeit der Wildtiere.

Einige Bilder des imposanten Hammerhais

Sind Hammerhaie gefährlich?

Hammerhaie stellen, wie die meisten großen Meeresräuber eine potentielle Gefahr für den Menschen dar, besonders die größten Arten wie der Große und der Bogenstirn-Hammerhai gelten als tendenzielle Bedrohung für Schwimmer und Taucher. Allerdings ist die Zahl der dokumentierten Angriffe durch Hammerhaie auf Menschen außerordentlich gering, vor allem gemessen an den durch die küstennahe Lebensweise dieser Wildtiere zahlreichen Begegnungen mit Menschen. Unprovozierte Aggressionen finden so gut wie nie statt, so dass diese Haifamilie im Vergleich mit größeren Arten wie vor allem dem Weißen, dem Bullen- oder dem Tigerhai als wenig gefährlich gelten kann.

Gefährdung durch den Menschen

Die weitaus größere Bedrohung besteht umgekehrt: die meisten Hammerhaiarten gelten inzwischen durch Überfischung als (stark) gefährdet. Eine große Anzahl der Haie endet dabei als Beifang in der Fischmehlproduktion, während die direkte Bejagung der Wildtiere es vor allem auf deren Rückenflossen abgesehen hat, welche besonders im asiatischen Raum als Delikatesse verzehrt werden. Oft wird nach dem Fang eines Hais diesem lediglich die Flosse abgetrennt, während der restliche Körper als “minderwertig” über Bord ins Meer geworfen wird, wo das Tier wegen Bewegungsunfähigkeit ersticken muss.

Die Befischung dieser Haifamilie ist inzwischen so intensiv, dass mit einem Kollaps der gesamten Population womöglich schon in den nächsten zehn Jahren gerechnet wird. Großangelegte internationale Schutzkampagnen haben bislang kaum Wirkung zeigen können, da neben asiatischen Ländern, als Hauptverbraucher, auch andere Haifangnationen, wie z. B. Spanien und Portugal, Fangbeschränkungen ablehnen.


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