8.04.2020 I Bereich: Bauernhoftiere

Aldis Initiative „ohne Kükentöten“ – Was ihr wissen müsst.

Aldi Süd und Aldi Nord haben pünktlich zu Ostern eine Initiative ins Leben gerufen: „Die Aldi Initiative ohne Kükentöten“. Bis 2022 sollen sukzessive für die Eier aus Boden-, Freiland- und Bio-Eier keine männlichen Küken mehr getötet werden.

Für alle, die es nicht wissen, das Töten von männlichen Küken ist in der Massentierhaltung und Massen-Eierproduktion seit Jahrzehnten gängige Methode, denn die männlichen Tiere legen nun mal keine Eier. Sie werden direkt nach dem Schlüpfen vegast oder geschreddert.

Aldi kündigt nun an, dass bis 2022 Schluss ist mit dem Küken vergasen und schreddern nach der Geburt. Lia findet, dass das generell schon eine gute Sache ist, denn der Riese Aldi hat Vorbildfunktion: Wenn das Unternehmen damit beginnt, werden andere Produzenten, Discounter und Supermärkte irgendwann nachziehen. Verbraucher werden automatisch mit dem Thema konfrontiert und das Tierleid wird wieder ein bisschen mehr eingedämmt.

Aber!!

Aldi behauptet sehr werblich (Wochenprospekt 30.3. bis 4.4.2020, Seite 35), dass Aldi Süd und Aldi Nord der erste Lebensmittelhändler sei, der das Kükentöten beendet. Das ist so nicht richtig, denn es gibt schon seit zig Jahren zahlreiche kleine Bio-Lebensmittelgeschäfte und Bio-Hofläden, die seit eh und je Eier von Zweinutzungshühner verkaufen und für deren Eierproduktion keine männlichen Küken sterben müssen.

Ferner wird im Gegensatz zu den Bio-Betrieben, welche die männlichen Küken für 4 Cent pro Ei Mehrkosten mitaufziehen, für die Aldi-Produkte das Geschlecht der Küken im Ei ermittelt und das Ei entsprechend aussortiert, wenn es männlich ist. Somit kommen erst gar keine männlichen Küken zur Welt. Das kann man jetzt sehen wie man möchte. Ob das ehtisch korrekt ist, ist fraglich. Man könnte auch sagen, besser als Nichts.

Lia ist hier etwas zwiegespalten und findet, am Besten regional einkaufen, von kleinen Betrieben, die ihre Tiere und die Natur ganzheitlich respektvoll und gut behandeln. Diese sollten wir mit unserem Geld und unserem Einkauf unterstützen.

Im Übrigen verkauft Aldi nicht nur Boden-, Freiland- und Bio-Eier (hier ist die Haltung nach wie vor ebenso fraglich), sondern weiterhin auch normale Eier aus Käfig-/Massentierhaltung. Das ist ohnehin nicht ok, denn die Tiere leiden sehr.