5.08.2018 I Bereich: Wildtiere

Ändere deine Lippenpflege und rette einen Orang-Utan

Machmal will man ein Tier retten und rettet gleich die ganze Welt. Das ist natürlich etwas übertrieben gesprochen, jedoch steht vieles häufig in näherem Zusammenhang. Schon vor einigen Jahren hatte ich über das fortwährende Sterben der Orang-Utan Affen einen Bericht gelesen. Was nun aber mein Labello mit diesem Sterben zu tun haben sollte, wurde mir erst vor Kurzem klar.

Der natürliche Lebensraum von Orang-Utan Affen ist der Regenwald. Viele Quadratkilometer sieht der Orang-Utan mit seiner Familie als sein Zuhause an. Doch jede Minute werden rund 35 Fussballfelder Regenwald weltweit abgerodet. Und ich frage mich ständig, gibt es denn überhaupt soviel Regenwald? Die Fläche der tropischen Regenwälder in Amazonien (Südamerika), im Kongo-Becken (Afrika) und in Südost-Asien erstreckt sich zusammen auf 13,4 Millionen Quadratkilometer. Jedes Jahr werden rund 130.000 Quadratkilometer abgeholzt – eine Fläche, so groß wie Griechenland. Mit diesen Zahlen kann man sich eine kleine Vorstellung von den Dimensionen machen. In meinen Augen, eine echte Katastrophe.

Doch warum werden die Regenwälder eigentlich systematisch abholzt? Ganz einfach, der Regenwald muss unter anderem überdimensional großen Ölpalm-Plantagen weichen. Die Nachfrage auf dem Weltmarkt nach Palmöl ist enorm hoch und die meisten von uns, haben Produkte Zuhause, die Palmöl enthalten. Palmöl ist in Lebensmitteln, in Putzmitteln, Kosmetikprodukten und auch in Brennstoffen enthalten. Da viele Produzenten mittlerweile wissen, dass einige Verbraucher darauf achten, Produkte ohne Palmöl zu kaufen, verwenden sie teilweise auch lateinische Begriffe.

Hier ein ausführlicher Katalog von Produkten ohne Palmöl: http://www.umweltblick.de/index.php/branchen/produkte-ohne-palmoel

Ich frage mich, irgendwann muss es doch einmal ausreichend Palmöl-Plantagen geben, die Nachfrage kann ja nicht unendlich steigen. Sie steigt dennoch stetig und außerdem wird der Regenwald auch noch aus anderen Gründen abgeholzt: Auch Soja-, Bananen- und Kaffeeplantagen werden auf ehemaligen Regenwaldgebieten angepflanzt. Ebenso wird für die Landwirtschaft (Rinderweiden) abgeholzt und auch erfolgt der Einschlag für Tropenholzmöbel und Papier.

Nochmal zurück zum Orang-Utan

Ja, es ist wirklich herzzerreisend, wenn man sich Videos ansieht, wie ungläubig und irritiert die wunderschönen Menschenaffen nach der Rohdung an ihr altes Zuhause zurück kehren und dieses in Schutt und Asche liegt. Es macht keinen Unterschied zu Menschen, die ihr Zuhause durch einen Brand oder Wirbelsturm verloren haben. Doch noch nicht genug, die Affen werden teilweise getötet, verbrennen, als Haustiere verkauft, um dann ein Leben in Gefangenschaft zu führen. Die Familien werden meist auseinander gerissen… Hier ein Video, das das Schicksal der Affen einfängt:

Weitere Folgen

Die große Artenvielfalt im Regenwald wird durch die Abrodung kontinuierlich zerstört. Viele Tiere, die bereits vom Aussterben bedroht sind, verlieren ihren wichtigen Lebensraum. Der Regenwald ist nicht nur für den weltweiten positiven Ausgleich des Ökosystems verantwortlich. Der Regenwald saugt sozusagen schädliches, durch uns Menschen produziertes Kohlenstoffdioxid CO2 auf. Allein der Amazonas Regenwald schluckt im Jahr rund 10 Millionen Tonnen CO2. Nicht nur, dass wir durch den Kauf der Produkte, in denen Palmöl enthalten ist, die Abholzung des Regenwaldes unterstützen (damit Palmöl-Plantagen entstehen können), bei der Rodung werden auch noch tausende von Tonnen CO2 produziert – nach der Rodung werden die „Überreste“ zumeist einfach verbrannt (Brandrodung). Die Erderwärmung hat somit auch etwas mit der Abholzung des Regenwaldes zu tun. Im Übrigen werden auch die Kleinbauern und Ureinwohner, die in den Regenwäldern leben, rücksichtslos durch die Rodung vertrieben. Sie verlieren ihr Land und somit Ihre Lebensgrundlage.

Warum wird Palmöl in so vielen Produkten eingesetzt?

Es ist billig. Natürlich! Leicht zu gewinnen. Einfach zu verarbeiten. Mehr Erklärung bedarf es dafür eigentlich nicht.

Leider wird die Abholzung der Regenwälder wegen Palmöl-Plantagen in den Medien nicht besonders thematisiert. Vermutlich weil es einfach in so vielen verschiedenen Produkten verarbeitet wird. Daher ist den meisten Verbrauchern gar nicht bewusst, was sie mit ihrem Kauf bewirken. Die Verbreitung der „weißen Liste“ (Liste mit Produkten ohne Palmöl), die Weitergabe dieser Informationen an so viele Personen wie möglich, und die Vermeidung des Kaufs der Produkte, die Palmöl enthalten, sind erste gute Schritte nicht nur den Orang-Utan Affen zu helfen, sondern auch unserer ganzen Welt.

Abschließend noch ein schönes erklärendes Video: