29.05.2022 I Bereich: Bauernhoftiere

Wissenswertes über afrikanische Kühe

Afrika ist ein weitläufiger Kontinent und seine Kühe mussten sich in den letzten Jahrhunderten an unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen. Manche dieser Rassen haben mit den Tieren, die wir aus malerischen Fotos mit Alpenpanorama im Hintergrund kennen, auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam.

Die grazile, aber sehr große M’Bororo Kuh (Rinderrasse)

Das M’Bororo lebt hauptsächlich in den zentral-westlichen und südwestlichen Regionen
des Tschad. Diese Rasse ist perfekt für lange Märsche und damit die Wanderweidewirtschaft geeignet. Lokal ist dieses Rind unter vielen Namen bekannt: Bororo, rotes Peul-Zebu, rotes Fulani, Djafoun, Rahadji, Fellata und Foulata. Es ist zierlich, aber hoch gebaut und misst zwischen 140 und 150 cm am Widerrist. Die Wamme dieses Rindes hängt tief und die Hörner werden werden leierförmig hoch getragen. Sie erreichen im Laufe seines Lebens zwischen 0,8 und 1,2 m Länge. Seine Haut ist einheitlich rot gefärbt. Bei der Geburt wiegen sowohl männliche als auch weibliche Kälber zwischen 15 und 20 kg. Ausgewachsen liegt das Gewicht unter natürlichen Bedingungen zwischen 400 und 500 kg für männliche Tiere und zwischen 350 und 450 kg für weibliche Tiere. Die Gewichte schwanken den Jahreszeiten und der Menge und Qualität des verfügbaren Futters entsprechend.

Das wunderschöne, elegante Fulani Rind

Das Fulani, das auch als Fulbe, Peul oder Akou bezeichnet wird, kommt in der Region Mayo-Kebby westlich des Flusses Logone vor, wo es im Jahre 1915 von den aus dem Kamerun eingewanderten Peul, einem nomadisierenden Hirtenvolk, eingeführt wurde. Diese Rinder sind daher bestens daran gewöhnt, weite Strecken zurückzulegen. Heute wird die Rasse insbesondere an den Außengrenzen des Tschad gezüchtet. Diese Kühe sind eng mit den M’Bororo verwandt und ihr äußerst feines Fell ist das vorherrschende Merkmal der Rasse. Ihre Buckel sind jedoch besser entwickelt und hängen besonders bei den Weibchen oft schief. Die Hörner sind leier-, becher- oder halbmondförmig. Das erwachsene Männchen erreicht eine durchschnittliche Höhe von 125 bis 140 cm am Widerrist.

Das Kouri Rind mit seinen besonderen Hörnern

Die gigantischen, bauchigen Hörner sind ein unverwechselbares Merkmal dieser Rasse, obwohl die Bandbreite der Größen und Formen noch viel größer ist, als man denkt. Diese Kühe sind an den Ufern des Tschadsees beheimatet, wo sich Kamerun, Tschad, Niger und Nigeria treffen. Man geht davon aus, dass die Kouri von den Hamitischen Langhorn-Rindern abstammen und schon seit mehreren Jahrhunderten von den Buduma- und Kouri-Völkern gezüchtet werden. Für eine afrikanische Rasse sind die Kouri verhältnismäßig groß, haben einen langen Rücken, einen flachen Körper und einen großen, knochigen Rumpf. Die Beine sind kräftig, lang und knochig mit großen, weit gespaltenen Hufen. Das Fell ist in der Regel weiß gefärbt. Die weiblichen Tiere sind 135 bis 145 cm groß und wiegen durchschnittlich 400 kg. Bullen sind zwischen 152 und 180 cm groß und wiegen im Durchschnitt 475 kg, einige Männchen erreichen sogar bis zu 600 kg.

Die kleine, zwergwüchsige Baoulé Kuh

Diese Rasse von Kurzhorn-Rindern kommt vor allen Dingen im Norden und im Zentrum der Elfenbeinküste, sowie an der Südspitze Malis vor. Bei den Baoulé handelt es sich um zwergwüchsige Tiere, wobei die Kühe maximal 90 bis 100 cm und die Bullen 100 bis 110 cm Höhe erreichen. Sie haben einen massiven Kopf und kurze, kräftige Hörner mit einem kurzen Hals, der bei Weibchen dünn und bei Männchen schwer ist. Ihr Körper ist gut gerundet und hat eine gerade Rückenlinie. Die Fellfarbe variiert, am häufigsten sind schwarze und schwarz gescheckte Tiere mit farbigen Beinen. Rot gescheckte, graue, gelb gescheckte und gelbe Tiere sind aber ebenfalls keine Seltenheit.


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