17.09.2020 I Bereich: Bauernhoftiere Ernährung

Wie entsteht eigentlich so ein Ei?

Zu einem reichhaltig gedeckten Frühstückstisch gehört in vielen deutschen Familien ein Ei. Drei bis fünf Minuten gekocht mit wachsweichem Eigelb. Doch woher stammen unsere Frühstücks-Eier eigentlich, und wie werden sie produziert?

Das moderne Huhn erbringt Höchstleistung

In Deutschland werden aktuell über 40 Millionen Legehennen gehalten – etwa acht Millionen davon in Freilandhaltung. Insgesamt legen diese Hennen über 12 Milliarden Eier im Jahr. Das sind pro Huhn ca. 300 Eier im Jahr, deutlich mehr als ihre wildlebenden Vorfahren gelegt haben, nämlich maximal 50 bis 60 Eier jährlich. Das liegt in erster Linie an der sorgfältigen Zuchtauswahl, aber auch an besserem Futter und medizinischer Versorgung. Dazu kommt, dass die Legehennen nicht brüten und ihre natürliche Brutpause entfällt. Für die Tiere bedeutet das einen enormen Kraftakt.

Jedes Ei ein Meisterwerk

Der Legeapparat moderner Hühner ist bemerkenswert. Ausgestattet mit nur einem Eierstock und Eileiter kommt es beinahe täglich zu einem Eisprung. Hat das Huhn „Kontakt“ zu einem Hahn, kommt es zur Ausbildung eines Kükens, ansonsten entsteht ein unbefruchtetes Ei. Die Henne produziert also auch ohne Hahn ihre Eier.

Das Huhn lebt in einem Harem

Doch wie schafft es der Hahn, der in der Regel mit einer größeren Damengruppe in einer Gemeinschaft lebt, jedes Huhn zu befruchten? Nun, die Hühner können das Sperma des Hahnes in feinen Nischen ihres Legeapparates aufbewahren, in denen es etwa zwei Wochen überlebensfähig bleibt. So können die Hennen auch dann befruchtete Eier legen, wenn der Hahn sie nicht täglich begattet.

Im Zuge der Befruchtung dringt das Spermium in die Eizelle ein und verschmilzt mit ihr. Die befruchtete Eizelle (der Eidotter) wird auf dem Weg durch den Legeapparat mit dem Eiklar eingehüllt, das aus kleinen Drüsen abgegeben wird. Während dieses Vorgangs wird das Ei permanent gedreht und anschließend in die sogenannte Schalenhaut eingehüllt.

Schließlich tragen weitere Drüsen die harte Kalkschale auf das Ei auf. Sie schützt das Küken vor Stößen und sorgt dank winziger Poren für den notwendigen Gasaustausch im Ei. Während die weißliche Eihaut vor Austrocknung schützt, enthält das Eiklar die Nährstoffe und Wasserreserven für das Küken. Der Dotter schließlich versorgt das Embryo über feine Blutgefäße mit Nährstoffen. Ab dem dritten Tag ist ein Herzschlag zu erkennen und bereits am achten Tag ist die Entwicklung des Kükens so gut wie abgeschlossen.

Am 21. Tag schlüpft das Küken aus dem Ei

Einige Stunden vor dem Schlupf beginnen die Küken miteinander zu kommunizieren. Sie piepsen einander zu und geben zu erkennen, dass sie jetzt bereit sind. In den ersten Stunden ernähren sie sich noch von den Resten des Dottersacks, bevor sie die Glucke dann mit den ersten Leckerbissen versorgt.