18.01.2019 I Bereich: Wildtiere

Das süße und seltene Zwergflusspferd

Haben Sie schon einmal etwas von einem Zwergflusspferd gehört? Die Mini-Ausgabe des Nilpferdes sozusagen und sooo süß. Doch was genau ist der Unterschied zwischen dem normalen Hippopotamus amphibius, dem großen Flusspferd und dem Zwergflusspferd, ausgenommen der Größe natürlich?

Allgemeines zum Thema „Zwergflusspferd“
Das Zwergflusspferd, auch als Choeropsis liberiensis oder Hexaprotodon liberiensis bezeichnet, ist neben dem normalen Flusspferd die andere noch vorkommende Art aus der Familie der Flusspferde. Die kleinen Tierchen sind sehr selten und nachtaktiv. Sie leben in den Sümpfen und Wäldern in West-Afrika an Land und im Wasser. Die Paarung der Tiere sowie die Geburt der Jungen kann im Wasser oder an Land stattfinden, für beide Lebensräume bringen die Zwergflusspferde entsprechende körperliche Voraussetzungen mit. Zum Beispiel können sie sich stundenlang im Wasser aufhalten, dabei bleibt ihre Haut sehr elastisch und ihre Körpertemperatur niedrig. Ein Zwergflusspferd ist ein Pflanzenfresser. Es ernährt sich von Farnen, Laubbäumen, Sträuchern, Gräsern, aber auch von Früchten. Den Großteil ihres Lebens verbringen sie als Einzelgänger, nur manchmal sind sie auch in Gruppen unterwegs.

Der Unterschied von Zwergflusspferd zum Flusspferd
Im Gegensatz zu großen Flusspferden sind Zwergflusspferde, wie der Name bereits verrät, wesentlich kleiner. Ihre Schulterhöhe misst 75 bis 83 cm und sie wiegen zwischen 245 bis 275 Kilo. Ein ausgewachsenes großes Flusspferd wiegt ca. vier mal mehr und ihre Kopf-Rumpf-Länge liegt zwischen 150 und 177 cm.

Das Skelett des Zwergflusspferdes ist wesentlich graziler, ihre Knochen dünner. Das Rückgrad ist krumm und fällt nach vorne ab. Vermutlich eine natürliche Anpassung, so kann es sich besser in seinem dicht bewachsenen Lebensraum fortbewegen. Die Beine und der Hals des Zwergflusspferdes sind länger, zudem ist der Kopf kleiner und schmaler. Die Augen, Ohren und Nasenlöcher sind am Kopf anders verteilt, als bei einem großen Flusspferd. Dieses hat seine Augen und Ohren so angeordnet, dass es den Kopf an der Wasseroberfläche kaum heben muss, damit es gut sehen, riechen und hören kann (Tarnung!). Das Zwergflusspferd hingegen kann seine Ohren und Nasenlöcher so schließen, dass beim Untertauchen kein Wasser eindringt. Ein Vorteil für das kleine Tier. Auch die Haut unterschiedet sich, sie ist dünner und hat eine andere Farbe – schwarz-grünlich bis schwarz-bräunlich.

Hier nun noch ein Video von einem der seltenen Zwergflusspferde mit seinem Nachwuchs – leider aus dem Zoo.

Warum werden Flusspferde eigentlich auch Nilpferde genannt?
Und ist das überhaupt das gleiche Tier? Ja, es ist das gleiche Tier und es wird auch Nilpferd genannt, da das Tier zum ersten Mal am Ufer des Nils entdeckt wurden. Allerdings leben am Nil heute gar keine Nil- bzw. Flusspferde mehr, daher ist der Begriff eigentlich veraltet.