23.01.2021 I Bereich: Haustiere

Über Haustiere, das Tierheim und den Hashtag AdoptDontShop

Das erste richtige Haustier ist auch immer noch eines der beliebtesten, der Hund. Die ersten Hunde wurden von Menschen bereits 13.000 v. Chr. domestiziert. Seit 9.500 Jahren schenkt auch die Katze den Menschen als Haustier Wärme und Zuneigung. Heutige Nutztiere, wie Schweine, Rinder oder Schafe wurden ab 8.000 v. Chr. als Haus- und Nutztiere gehalten. Oftmals lebten die Tiere sogar mit den Menschen zusammen im Haus, da sie ihnen Wärme und Gesellschaft leisteten. Die Bindung zwischen Menschen und Tieren ist eine ganz Besondere und ein Thema, das uns alle bewegt.

Die wunderschönen Grafiken in diesem Beitrag wurden von der Augsburger Künstlerin Alexandra Turbanisch für Lia gezeichnet/erstellt. Danke dafür. Sie unterliegen ihrem Copyright und dürfen nicht kopiert oder anderweitig verbreitet werden.

Haustiere in Deutschland – Zahlen und Fakten.

In Deutschland halten rund 45 % aller Haushalte ein Haustier. Auf Platz 1 der Liste steht der Deutschen liebstes Tier: die Miezekatze. In 14,7 Millionen Haushalten leben eine oder sogar mehrere Katzen, das entspricht 23 % aller Haushalte in Deutschland. Gefolgt vom Hund, 20 % aller Haushalte genießen die Gesellschaft des vierbeinigen Freundes, was rund 10,1 Millionen sind. 5,2 Millionen Haushalte halten Kleintiere wie Hasen, Meerschweinchen, Hamster etc.; 4 Millionen bereichern ihren Alltag mit zwitschernden Artgenossen wie Wellensittiche oder Papageien; 1,6 Millionen schauen gerne den Fischen beim Schwimmen zu und 1,2 Millionen kümmern sich um Tiere, die in einem Terrarium leben (Schildkröten, Schnecken, Schlangen usw.). Spannend ist auch, dass die meisten der Tiere in Haushalten mit über drei Personen leben. Das heißt, die meisten Haustiere genießen ein richtiges Familienleben und viele Kinder können sich auch an ihnen erfreuen.


 
 

Das Tierheim

Bei der Recherche zu diesem Artikel waren wir doch über die sehr hohe Zahl an Haustieren in Deutschland (und somit auch weltweit) überrascht. Daher wird auch schnell klar, warum man immer wieder Schlagzeilen von überfüllten Tierheimen liest. Doch was genau ist eigentlich ein Tierheim? Tierheime gibt es in fast allen Städten und größeren Orten. Sie spielen eine sehr wichtige Rolle für die Tiere und deren Schutz. Tierheime dienen als (vorübergehendes) Zuhause für heimatlose Tiere, die gerettet, gefunden und abgegeben wurden. Kommt ein Tier ins Tierheim, wird es nicht nur aufgenommen und beherbergt, es wird auch medizinisch versorgt und sofern notwendig bzw. möglich auch trainiert – die Grundausbildung für Hunde zum Beispiel. Das Ziel von Tierheimen ist den ihnen anvertrauten oder aufgenommenen Tieren zu helfen und ihnen eine Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen. Die finanziellen Mittel erhalten die Heime oftmals durch Spenden oder Zuwendungen der Städte bzw. Gemeinden. Je mehr Geld vorhanden ist, desto mehr Mitarbeiter können eingestellt werden, die sich um die Tiere kümmern und sie so bestens versorgen können. Die Aufgabe dieser Mitarbeiter ist es auch, die Tiere auf eine Vermittlung und ihr neues Zuhause vorzubereiten. Im besten Fall bleibt ein Tier nur wenige Wochen im Heim, bis es bei einer neuen Familie einziehen kann.


 
 

Warum landen so viele Tiere im Tierheim?

Jedes Jahr landen rund 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen – eine traurige Zahl, vor allem, wenn man nachstehende Gründe ließt:
1. Wohnungswechsel: Das Tier kann nicht mit umziehen, da in der neuen Wohnung Haustiere nicht erlaubt sind oder Platzmangel herrscht.
2. Tod oder Erkrankung: Der Besitzer ist verstorben oder schwer erkrankt und kann sich deshalb nicht mehr und sein Tier kümmern.
3. Überforderung: Die Haustierbesitzer kommen nicht mit dem Tier klar. Der Hund ist beispielsweise aggressiv, befolgt keine Befehle. Oder es werden exotische Tiere gehalten und es gibt ernsthafte Probleme.
4. Unüberlegte Spontankäufe: Aus emotionalen Gründen wird ein Tier, ohne weiter über die Konsequenzen nachzudenken, gekauft oder sogar verschenkt. Dieses Phänomen tritt häufig auch zur Weihnachtszeit auf.
5. Hohe finanzielle Kosten: Besitzer können sich die Tierarztkosten nicht leisten. Auch plötzlich eintretende Arbeitslosigkeit spielt eine Rolle.
6. Tierhaarallergie: eines der Familienmitglieder reagiert beispielsweise allergisch auf das Tier.
7. Schlechte und nicht artgerechte Haltung: Oftmals decken Tierschützer oder Mitarbeiter von Tierheimen schlechte Tierhaltung auf. Die Tiere werden in diesem Fall gerettet und sind im Tierheim definitiv besser aufgehoben.
8. Besitzer sieht Haustier als Bürde: Häufig, auch als Folge unüberlegter Anschaffungen, stellen einige Halter fest, ein Tier bedeutet Arbeit, Verantwortung und Gebundenheit. So frei wie ohne Haustier ist es nicht mehr möglich zu reisen, flexibel seine Freizeit zu gestalten etc. Für viele ein No-Go, deshalb muss das Tier ins Heim.


 
 

Der Hashtag AdoptDontShop

Viele kennen diesen bekannten Hashtag, er bedeutet nichts anderes als: Bitte kauft eure Haustiere nicht beim Züchter oder in einer Zoohandlung, sondern adoptiert ein zu vermittelndes Tier aus dem Tierheim, einer seriösen Tiervermittlung oder einer Tierauffangstation. Die Zahlen oben sprechen für sich: 45 % aller Haushalte in Deutschland haben ein oder mehrere Tiere, bei dieser Tatsache kann man sich ausmalen, wie viele Tiere auf der Welt leben. 300.000 Tiere warten nur in Tierheimen nur in Deutschland sehnsüchtig auf ein neues, liebevolles Zuhause. Da erscheint der Gedanke, dass Züchter künstlich, also durch ihr Zutun, neue Haustiere „produzieren“, ziemlich absurd. Nur weil Mensch glaubt, er brauche ein Rassetier, das optisch gewisse Kriterien erfüllt. Tiere aus dem Tierheim sind genauso hübsch, genauso liebenswert und genauso kuschelig, wie ein gekauftes Tier vom Züchter. Wer sich ernsthaft für ein Haustier interessiert, sollte auf jeden Fall beim örtlichen Tierheim anrufen und eine Beratung einholen. Diese ist kostenfrei.


 
 

10 Gründe, die für ein Tier aus dem Tierheim sprechen

1. Tiere neue Lebensfreude und eine zweite Chance schenken.
2. Viele der Tiere im Heim sind bereits mit anderen Tieren und Kindern vertraut. Die Eingewöhnungsphase fällt deshalb weg.
3. Durch längere Spaziergänge und mehrere Besuche im Tierheim ist es möglich, das Tier besser kennen zu lernen.
4. Eine eingehende Beratung durch Mitarbeiter des Tierheims erfolgt.
5. Durch das Adoptieren eines Tieres aus dem Tierheim ist es möglich den Teufelskreis der unseriösen Züchter und des illegalen Tierhandels zu brechen.
6. Im Tierheim gibt es die größte Auswahl verschiedenster Tiere.
7. Durch Abnahme eines Tierheim-Tieres wird wieder ein neuer Platz für ein anderes Tier frei.
8. Häufig entfällt der Erziehungsaufwand.
9. Die Anschaffungskosten sind weitaus geringer.
10. Die Tiere sind oft bereits gechipt, geimpft und entwurmt


 
 

Tiere aus dem Tierheim und die großen Vorurteile

Ein typisches Vorurteil lautet wie folgt: „Aber die Tiere aus dem Tierheim haben doch allen einen Knacks und sind furchtbar schwierig. Sonst wären sie ja nicht im Tierheim.“
Dieses Vorurtiel ist weit verbreitet, jedoch absolut falsch. Warum? Tiere aus dem Tierheim sind in seltenen Fällen tatsächlich anders, einige wenige sind sogar unvermittelbar, da sie eine sehr grausame und schlimme Vergangenheit hatten. Aus diesem Grund können sie Verhaltensauffälligkeiten aufweisen. Die Mitarbeiter des Tierheims und geschulte Trainer arbeiten professionell daran, diese abzutrainieren, was oftmals glückt. Dies ist jedoch nur eine ganz kleine Mindeheit. Die meisten Tiere landen aus oben genannten Gründen im Heim und sind somit absolut friedlich und normal. Vielleicht noch ein wenig traurig, über den Verlust der Familie, aber nicht verhaltensauffällig. Ferner werden Tiere nur nach eingehender Beratung und einem vollumfänglichen Check der potenziellen neuen Halter durch die Mitarbeiter aus dem Tierheim vermittelt. Das heißt, die Tiere passen zu den Menschen und die Menschen passen zu den Tieren. Darauf wird sehr geachtet.


 
 

Ich wünsche mir ein Haustier – eine kleine Checkliste

Bevor man ein Haustier in die Familie aufnimmt, sollte man folgende Punkte beachten:
1. Habe ich ausreichend Zeit und Geduld?
2. Kann ich mir das finanziell leisten? (z. B. Kosten Hund pro Monat ca. 100 Euro ohne Krankheiten)
3. Habe ich genug Platz für das Tier?
4. Habe ich genüngend Wissen über das Wunschtier gesammelt?
5. Wer kümmert sich um das Tier, wenn ich im Urlaub oder krank bin?
6. Ist es mir möglich und möchte ich zusätzliche Verantwortung für ein weiteres Lebenwesen tragen – über einen sehr langen Zeitraum?
7. Welches Tier mit welchen Eigenschaften passt eigentlich zu mir.


 
 

Keine Zeit? Kein Platz? Kein Geld?

Manchmal ist es einfach besser, kein Haustier zu haben. Doch das heißt nicht, dass man keinen Kontakt zu Haustieren haben kann. Es bietet sich beispielsweise an, im Tierheim ehrenamtlich zu helfen, regelmäßig Hunde Gassi führen, sich um die Katzen kümmeren (mit ihnen spielen, sie streicheln etc.). Häufig brauchen Menschen in der Nachbarschaft oder näheren Umgebung auch Hilfe mit den Tieren, das wäre ebenfalls eine gute Möglichkeit, mit Tieren in Kontakt zu kommen, ohne ein eigenes Haustier haben zu müssen.


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