10.02.2020 I Bereich: Wildtiere

Hat die Natur ihren eigenen Plan?

Seit vielen, vielen Jahren konsumieren vornehmlich Chinesen Schuppentiere. Diese bei uns kaum bekannten Tiere gelten in China als Delikatesse. Auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) empfiehlt den Verzehr von „Pangolins“ (= englischer Name) aus gesundheitlichen Gründen. Wie auch andere Wildtiere.

Der Verzehr von Wildtieren ist das eine, der Umgang mit den Tieren, das andere. Der Verzehr von Wildtieren steht mit grausamer Tierquälerei in direkter Verbindung. Bilder von Wildtiermärkten in China, die wir lieber nicht zeigen möchten, sind ekelerregend und widerlich. Auf engstem Raum, in engen Käfigen reihen sich Hunde, Vögel, Fische, Schlangen, Wolfsbabies, Fledermäuse und viele andere. Darunter eben auch die seltenen und außergewöhnlich schönen Schuppentiere. Die Tiere werden lebend erworben und noch am Markt (oftmals sehr grausam) getötet. Blut, Schweiß, Angst fließt und liegt in der Luft. Das sind herzzerreisende Bilder für jeden normalen Menschen.

Viele, die sich mit dem Thema Wildtierhandel auskennen, assoziieren unmittelbar Bilder von den zahllosen kleinen, zusammengerollten „Pengolins“. Diese leiden – genauso wie alle anderen Tiere – unter dem grausamen Handel. Forscher entdeckten nun ausgerechnet in diesem „Pangolin“ Schuppentier einen Erreger, der dem Coronavirus stark ähnelt.

Ist das nicht Ironie des Schicksals? Und somit stellt sich auch die Frage: Hat die Natur nicht doch ihren eigenen Plan? Die chinesische Regierung jedenfalls hat den Handel und Verzehr von Wildtierfleisch aktuell verboten. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschen, die Gesellschaft und die Politiker aus der Vergangenheit lernen. Dass der Handel ab jetzt gesetzlich geahndet wird. Denn selbst wenn es immer illegales Handeln und Schmuggel geben wird, manche Menschen nie aufhören werden, Tiere grausam zu behandeln, wird das doch den Wildtierhandel eindämmen und für viele gefährdete Tiere hilfreich sein.