4.09.2018 I Bereich: Bauernhoftiere Ernährung

Ein respektvoller Tod

Gibt es einen respektvollen Tod für eine Kuh, ein Schwein u. Ä.? Welche Wertschätzung und welchen Umgang die Tiere erfahren sollten, im Gegenzug zu ihren Diensten für uns, ihr Dasein / ihren Sinn als unsere Nahrungsquelle zu erfüllen, möchte ich in nachfolgendem Artikel darstellen.

Dass sich die komplette Menschheit niemals vegan ernähren wird, ist logisch. Wenn es gut läuft, geht der Fleischkonsum in der Zukunft zurück. Im Idealfall kauft ein Großteil nur noch gute Qualität von einigermaßen glücklichen Tieren. Das heißt – realistisch gesprochen – Tiere werden weiterhin geboren und sterben, um uns Menschen als Nahrung zu dienen.

Dass die meisten Tiere, welche zu unserem Verzehr „produziert“ werden, weder ein gutes Leben führen, noch mit Respekt behandelt werden und/oder einen angenehmen Tod erfahren, ist bekannt. Muttertiere und Nachwuchs werden zu schnell getrennt. Umso schneller müssen sie wachsen und groß werden. Sie sehen häufig ihr ganzes Leben keine Wiese, kein Sonnenlicht. Werden nicht gut behandelt, teilweise misshandelt, leiden, haben Angst. Wenn die Zeit gekommen ist, werden sie in enge Transporter gepfercht, stundenlang auf lauten Schnellstraßen herum gefahren, um dann den Schlachthof zu erreichen, in dem sie das Blut riechen und die mit Angst erfüllten Laute der anderen Tiere hören müssen. Das ist der Dank der Menschen, dass die Tiere uns ernähren. Sie haben keine Wahl, sie werden nicht gefragt. Nein, solch ein Fleisch darf man nicht kaufen und nicht essen.

Doch gibt es überhaupt ein Leben für die Tiere und einen Tod, der respekt- und würdevoll ist? Ja, es ist durchaus möglich. Ein kleiner Biobauernhof in der Schweiz wertschätzt seine Tiere und behandelt diese mit allergrößtem möglichem Respekt. Im Übrigen bin ich mir sicher, dass es nicht nur einen dieser Bauernhöfe gibt, es handelt sich lediglich um ein Beispiel, um zu veranschaulichen, dass es auch anders geht.

Die Tiere, die auf diesem Bauernhof leben, haben Glück. Eingebettet in eine wunderschöne, bergige Landschaft mit vielen Almen und saftigen Wiesen, dient frisches Gras mit Kräutern und Blumen als Nahrung. Die Tiere sind draußen in der dort sehr intakten Natur, können sich frei bewegen und führen ein angenehmes Leben, noch dazu in einer traumhaften Landschaft. Sie bekommen zudem gutes ergänzendes Futter, haben es im Winter warm, werden liebevoll behandelt – Kurzum, es geht Ihnen gut. Ab und an müssen sie allerdings ihr gemütliches Dasein in Freiheit unterbrechen, denn der Bauer führt die Tiere regelmäßig in eine Transportbox und wieder hinaus. Ab und an schaut ein Metzger vorbei, der den Tieren gut zu redet. Eines Tages, nach ein paar Jahren, ist die Zeit gekommen und das Tier wird getötet. Fernab von den anderen Tieren, wird die Kuh in die Transportbox geführt. Sie hat keine Angst, denn das kennt sie ja schon. Auch der Metzger ist ihr bekannt, der dieses Mal auch wieder mit in die Transportbox geht. Schnell und ohne Schmerzen wird der Kuh dort ein Bolzenschuss verpasst, somit betäubt, danach blutet sie aus. Sie wird tot zum Metzger gefahren, der sie weiter verarbeitet.

Generell ist die Vorstellung vom Tod eines Tieres natürlich nicht schön, wenn wir mit dieser aber nicht leben können, müssen wir uns vegan ernähren. Diese, leider viel zu seltene Variante eines Rinderlebens und -sterbens, ist eine akzeptable und vor allem respektvolle Möglichkeit, das Leben und den Tod eines Tieres zu gestalten, das wohlgemerkt keine Wahl hat. Wir haben die Verantwortung für die Tiere, was natürlich auch für Schweine, Kälber, Schafe, etc. gilt.

Wenn Sie sich für den Konsum von Fleisch entscheiden, wogegen in Maßen nichts einzuwenden ist, machen Sie sich darüber Gedanken, wo Sie einkaufen. Forschen Sie nach, wie die Tiere gelebt haben, die Sie verzehren möchten, wie sie gestorben sind, wie sie behandelt wurden. Kaufen Sie beste Qualität, auch wenn es teuer ist. Nahrung ist für uns Menschen elementar. Wenn Tiere dafür sterben mussten, seien sie ihnen dankbar. Wertschätzen Sie das Tier. Genießen Sie Ihr Essen. Und vor allem: Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum auf 1 x pro Woche.