26.09.2021 I Bereich: Bauernhoftiere

Drei deutsche, vom Aussterben bedrohte Rinderrassen

Viele alte Hausrind-Rassen sind durch die veränderte Nutzungsanforderungen der heutigen Gesellschaft im Bestand zurückgegangen und zwischenzeitlich vom Aussterben bedroht. Drei dieser besonderen Rinder-Rassen stellen wir nachfolgend kurz vor.

Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind – Das robuste und fruchtbare Zweinutzungsrind

Die Hausrind-Rasse entstand in den Küstengebieten. d. h. Niederungen der Niederlande, Norddeutschlands und Dänemarks. Im Vergleich zu dem in Deutschland dominierenden Holstein-Rind, ist dieses Rind kleiner und hat eine geringere Milchleistung. Allerdings ist die Rasse genügsamer und hat eine bessere Mastleistung. Daher gilt das Schwarzbunte Niederungsrind als sogenanntes Zweinutzungsrind (demnach geeignet für Milch und Fleisch). Aufgrund seiner Langlebigkeit, Fruchtbarkeit und Robustheit. d. h. geringe Krankheitsanfälligkeit ist das Schwarzbunte Niederungsrind auch im ökologischen Landbau und der Landschaftspflege beliebt.

1958 wurden in Deutschland erstmals Holsteins-Rinder in die Rasse eingekreuzt. Diese Einkreuzungen konnten sich seit den 1960er Jahren durchsetzen, wobei das sogenannte Deutsche Holstein-Rind entstand. Heute ist das Schwarzbunte Niederungsrinds vom Aussterben bedroht. Es wird in der Roten Liste der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.) unter dem Gefährdungsgrad ‘Kategorie III (gefährdet)’ geführt.

Das wunderschöne, vom Aussterben bedrohte Glanrind (seltene Dreinutzungsrasse)

Beim Glanrind handelt es sich um eine traditionelle Hausrind-Rasse, die vorwiegend in Rheinland-Pfalz beheimatet ist. Sie entstand durch die Einkreuzung von Berner Gebirgsvieh und Simmenthaler Rindern in das Pfälzer Landvieh. Das Glanrind ist eine sogenannte Dreinutzungsrasse. Sie wird für Fleisch und in einigen Betrieben für die Produktion Milch und Fleisch genutzt. Die dritte Aufgabe liegt im Bereich Landschaftsschutz/-pflege. Durch seine Leichtfuttrigkeit und sehr gute Rohfaserverwertung ist es beim Glanrind möglich, auf Basis hofeigenen Futters gute Ergebnisse zu erzielen. Somit eignet sich diese Rinder-Rasse für extensive Bewirtschaftungsweisen. Ab ca. 1950 wurde zur Verbesserung der Milchleistung das Rote Dänische Milchrind eingekreuzt. Dies führte zum Verlust einer guten Milch- bzw. einer guten Fleischleistung. Grund für den Niedergang der Rasse war die zu geringe Größe der aktiven Zuchtpopulation. Eine genetische Verankerung der beim Glandrind vorhandenen Anlagen (ansprechende Milch- bzw. hervorragende Fleischleistung) war nicht möglich. Heute ist das Glanrind deshalb vom Aussterben bedroht. Es wird in der Roten Liste der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.) unter dem Gefährdungsgrad ‘Kategorie II (stark gefährdet)’ geführt.

Ansbach-Triesdorfer Rind

Das Ansbach-Triesdorfer Rind ist eine altfränkische Hausrind-Rasse. Es handelt sich um ein mittelgroßes, rot-weiß kleingeschecktes Rind mit kräftigem Körperbau und i. d. R. weit nach außen und hinten gestellten Hörnern. Das Ansbach-Triesdorfer Rind ist eine Zweinutzungsrasse (d.h. gleicher Betonung von Milch und Fleisch) mit guter Mastfähigkeit. Die Geschichte des Ansbach-Triesdorfer Rindes und die, des Hauses Brandenburg-Ansbach, sind eng miteinander verbunden. Aus der Sommerresidenz des Hausen Brandenburg-Ansbach in Triesdorf entstand später der staatliche Gutshof, der maßgeblich an der Zucht und Entwicklung des Ansbach-Triesdorfer Rindes beteiligt war. Grund für den zahlenmäßigen Rückgang der Rasse war das Zusammenwirken von wirtschaftlichen Verhältnissen und züchterischen Schwierigkeiten. Heute ist das Ansbacher-Triesdorfer Rind vom Aussterben bedroht. Es wird in der Roten Liste der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.) unter dem Gefährdungsgrad ‘Kategorie I (extrem gefährdet)’ geführt.


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